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war  bebaut.  Alle  Doͤrfer  waren  wieder  hergestellt;  alle  Lusthaͤuser
  und  Jagdschloͤsser  des  Churfuͤrsten  geschmuͤckt;  Heidelberg
  und  das  ganze  Land  so  bevoͤlkert,  als  ob  nie  ein  Krieg
da  gewesen  wäre.  Haͤtte  ihn  der  Zufall  ins  Göttingische
gefuͤhrt,  das  er  doch  auch  noch  aus  den  Zeiten  des  dreissigjaͤhrigen
  Krieges  kannte,  wie  ihn  der  Anblick  der  wuͤsteliegenden
  Hoͤfe,  der  ehedem  bebauten  Berge,  die  ganz  kahl
geworden,  der  oft  ungedämmt  austretenden  Flüsse,  und  der
traurigste  Anblick  des  fast  muthlos  gewordenen  Einwohners
gerührt  haben  müßte!
Es  war  doch  nur  ein  kläglicher,  armer  Menschenstamm,
der  uns  übrig  geblieben  war.  Leider  war's  nur  eine  im
tobendsten  Kriege  aufgewilderte  Generation,  ein  muthloser
und  trotziger,  ein  unaufgeklärter  und  vielwissender  Haufen.
Die  Laster  der  Väter  hatten  sich  sortgepflanzt,  die  Tugenden
verloren.  Man  soff  noch,  wie  ehedem,  so  weit  es  noch
etwas  zu  trinken  gab  ?).  Aber  jene  biedere  Altdeutsche
Treue,  jenes  muthvolle  Gefuͤhl  von  Staͤrke,  dac  der  ungeschwächte
  wohlhabende  Deutsche  Mann  hatte,  war  durch
dreissigjähriges  Elend  und  durch  dreissigjährige  Vermengung
mit  Welschen  Horden  aller  Art  voͤllig  verloren  gegangen.
Der  Tbüringische  Waidbau,  der  dem  Götitingischen
Landmann  und  Bürger  ehedem  so  ergiebig  als  eine  Weinlese

*)  Die  gleichzeitige  Beschreibung  der  Götting.  Huldigungsceremonien
  von  1640  (Gött.  Chron.  1.  Th.  S.  213)  endigt  sich
mit  diesen  Worten:  Dieser  Tag  ward  freudig  und
mit  jeder  mannes  Contentement  geenbet  und  gab
ausbündige  Räusche  u.  f.  f.  In  einer  Lelchenrede  auf
den  Herzog  Johann  Friedrich  —  so  lang  hallte  der  alte  Ton
auch  gleichsam  in  auffallenden  Negationen  noch  nach  —  wird
ausdrücklich  erinnert,  daß  er  sich  nicht  zu  Tode  getrunken  habev.
  Funerelia  Jo.  Frider.  p.  161.