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so  blieb  doch  die  Welsche,  Englische  oder  Niederlaͤndische
Sitte  *).

Hatte  etwa  noch  hie  und  da  ein  alter  siebzigjähriger
Greis  die  ganze  Elendsperiode  uͤberlebt,  mochte  sich  dieser
von  seinen  besten  Mannesjahren  her  noch  erinnern,  wie  viel
man  ehedem  auf  den  Beichtvater  in  der  Familie  gehalten
  habe,  wie  ohne  seinen  Rath  keine  Tochter  ausgethang
kein  Sohn  zum  Studieren  oder  zur  Profession  bestimmt,  kein

malum.  Nach  einer  sehr  schönen  Geschichte  des  Tabaks  erzählt
er  alsdann  alle  traurige  Folgen  dieser  neuerfundenen
Unmässigkeit,  wie  Blut  und  Gehirn  dadurch  erhitzt  und  ausgetrockne:
  würden,  wie  man  selnen  Kopf  zum  schändlichen  Camin
mache,  wie  man  sich  dadurch  Um  alles  Genie  bringe,  und  den
Schaden  gewöhnlich  verdopple,  daß  man  noch  Bier  und  Wein
(also  doch  nicht  Vruntwein  !)  dazu  trinke.  Es  sey  ein  verborgenes
  schlaues  Stratagem  des  Satans,  eine  neue  Unmässigkeir  aufzubringen,
  um  die  desten  Köpfe,  welche  ihm  schaden  könnten,  auf
diese  Art  stumpf  zu  machen,  und  also  durch  Mißbrauch  des
KTabaks  auszurichten,  was  er  durch  Bier  und  Wein  nicht  ausrichten
  könne.  So  pflege  es  der  alte  Betruger  zu  machen,  daß
er  gerade  die  heilsamsten  Arznefen  zum  Mißbrauch  lenke.  Tappius
  führt  alsdenn  anatomische  Beispiele  an,  wie  es  im  Gehirn
  der  Tabakraucher  aussebe.  Nihitominus  lamen  (so  schlieht
er  endlich  die  Schilderung  dieser  Beispiele)  hodie  non  est  ulla
provincia  non  civitas  non  domus  aut  angiborlus  in  Europa
nostra,  in  America  et  lolo  propemodum  direrim  orbe  terrarum,
  in  quo  non  line  discrimine  omnis  aolss,  omnis  sexus
(sollren  wohl  also  auch  schon  damals  Frauen  in  den  hiessgen
Landen  Tabak  geraucht  haben  2)  pulvereum  illud  hauriat  lHumen
et  sicco  titubet  moro,  ut  Poctaee  verbis  ular,  sive  purum
habeat  cerebrum  eive  velerno  laboret.  Dreissig,  vierzig  Jahre
nachher  heißt  es  schon  in  Landtagsacten,  daß  der  Anbau  und
Verkehr  des  inländischen  Tabaks  immer  stärker  werde,  f.  z.  V.
Erklärung  der  Calenbergischen  Stände  vom  20.  Olt.  1602.

*)  Auch  die  Brantwein-Consumrion  nahm  nach  dem  Westphälischen
  Frieden  gewaltig  zu.  Während  ehedem  alles.  Brennen
verboten  war,  so  wurden  nun  bald  auf  mehreren  Cammerämtern
Brantweinbrennereien  errichtet.