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selben  durch  die  Entwicklung  neuer  Verhaͤltnisse  des  Zeitalters
  allmaͤlig  ersetzten,  einem  ganzen  Fuͤrstenthum  drohte.

Jener  gewaltige  Hang  zur  uneingeschränkteren  despotischeren
  Gewalt,  den  jene  drei  vortreffliche  Brüder  fast  mehr
hatten,  als  selbst  der  Romische  Rechtsdoctor  Herzog  Henrich
Julius,  lag  nicht  sein  Ursprung  großentheils  in  der  veränderten
  Erziehung?  Militärisch  gewöhnt,  von  Franzosen  aufgeklärt,
  nicht  nach  alter  ritterlicher  Erziehung  und  nicht  nach
Universitätsgebrauch  zum  lebhaften  Gefühle  der  allgemeinen
Maonschengleichheit  disciplinirt,  wie  konnten  sie,  so  vortrefflich
und  menschlichgütig  ihre  natürliche  Anlage  auch  war,  von
einem  Hange  zur  despotischeren  Gewalt  frei  bleiben,  der
ohnedieß  mit  dem  Bewußtseyn  größerer  Kräfte  so  innig  verbunden
  ist?  Nun  geben  aufgeklärtere  Religion  und  Philosophie  —
weil  doch  hier  und  da  auch  ein  Prinz  sogar  Deutsche  Bücher
liest?  —  und  endlich  selbst  auch  Publicität  der  fürstlichen
Thaten  und  Unthaten  dem  allgemeinen  Hange  zur  despotischeren
  Gewalt  das  mächtigste  Gegengewicht.  Aber  was
war  damals  Gegengewicht,  da  sich  nicht  mehr  durch  frühen  Unterricht
  in  Pandekren  und  Institurionen  der  Geist  des  jungen
Fürsten  an  Heiligkeit  der  Formen  und  selbst  auch  an  Begriffe
von  Recht  und  Unrecht  gewöhnte,  da  der  Beichtvater  nicht  mehr
sprechen  durfte,  da  sich  die  Philosophie  des  Zeitalters  aus
dem  Aristotelischen  Gewebe  in  die  unnütze  Cartesische  Schulwirbel
  hineindrehre,  und  der  milikärisch  erzogene  junge  Deutsche
  Fürst  ein  Ludwig  XIV.  im  kleinen  seyn  wollte.

Gewiß  gehdrt  also  der  rasche  Uebergang  von  einer
fürsilichen  Erzichungsart  zur  andern,  den  der  dreissigjährige
Krieg  veranlaßte,  zum  vollen  Maaße  des  Unglückes  jener
Zeiten,  das  man  nun  erst  nach  geschlossenem  Wesiphälischen
Frieden  vollständig  übersehen  konnte.  Das  Unglück  war