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cine  Lieblingsneigung  des  Fürsten  erwachte;  das  Beispiel
benachbarter  Staaten  lockte  zur  Nachahmung.  Kam  nicht
so  Hannover  selbst,  durch  den  Wesiphälischen  Frieden,  in  die
gewaltvolleste  politische  Spannung,  daß  unvermeidlich  mehrere
tausend  Soldaten  gehalten,  eine  kleine  Armec  bleibend  aufgerichtet,
  die  Festungen  des  Landes  vollständig  besetzt,  Magazine
gefällt  werden  mußten?

Nun  zogen  sich  fast  rundumher  neue  Schwedische  Provinzen
  und  juͤngst  erworbene  Churbrandenburgische  Fuͤrstenthümer.
  Nun  verkerseten  sich  neue  Unruhen  in  neue  Unruhen.
Der  Vergrösserungsgeist  dieser  mächtigen  Nachbarn  erwachte.
Die  alte  Gränzscheidung  ward  streitig.  Und  das  nordwestliche
  Deutschland  erfuhr  früher;  was  von  dem  nordischen
Garant  der  Deutschen  Staatsverfassung  zu  fürchten  sey,  als
man  an  den  Gränzen  des  südwestlichen  Deutschlands  Ludwigs
  XIV  Reunionssucht  wahrnahm.

Wie  zauderten  nicht  erst  die  Schweden,  bis  sie  endlich
manche  lang  genossene  Festungen  räumten.  Welche  Furcht
erhielr  nicht  der  fortdaurende  Spanische  Krieg  in  den  Niederlanden
  nebsi  dem  langebehaupteten  Besitze  von  Frankenthal,
  das  Spanien  kaum  um  ein  Gegenopser  endlich  abtrat.
Und  was  drohte  nicht  jedem  Schwedischen  Nachbar,  da  kaum  sechs
Jahre  nach  dem  Wesiphälischen  Frieden  Jungfrau  Chri-[ina
  auf  Reisen  gieng,  der  stürmende  Zweibrücker  Karl
Gustav  den  Schwedischen  Thron  bestieg.  Noch  kamen  auch
bald  nach  dem  Westphaͤlischen  Frieden  Franzoͤsische  Envoye's
nach  Hannover,  die  den  Messi  eurs  von  Wolfenbuͤttel,  Zelle
und  und  Calenberg  5*)  unbegreifliche  politische  Weisheit  mittheil-2)

  )  So  nennt  Gourville,  der  selbst  eine  Zeitlang  den  Franzößsschen
Agenten  oder  Envope  machte,  in  seinen  Memolres  fast  gewöhnlich
  die  Herzoge  Georg  Wilhelm,  Johann  Friedrich  und
Ernst  August.