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digkeit  behielt,  die  uralte  Formen  nicht  anzutasten  wagt,
und  oft  noch  die  letzte  Stimme  eines  fürstlichen  Gewissens
ist.  So  geschah  wohl  nicht  alles  Gute,  das  geschehen  konnte,
noch  traf  auch  alles  Böse  ein,  das  man  fürchten  zu  dürfen
glaubte.  Und  selten  war  die  weise  Vorstellung  der  Geheimenräthe
  völlig  furchtlos,  wenn  nicht  gerade  die  militärische
Neigung  des  Herzogs  ins  Spiel,  kam,  oder  eine  neue  Reise
nach  Venedig,  den  Earneval  wieder  zu  sehen,
beschlossen  war.  *

Zwar  war  Georg  Wilbeln  kaum  vier  Jahre  vor
seinem  Regierungsantritte  schon  ein  volles  Jahr  lang  in
Italien  gewesen.  Zwar  kaum  anderthalb  Jahre  ehe  Christian
Ludwig  nach  Zelle  abgieng,  hatte  er  mit  seinem  jüngsten
Bruder  Ernst  August  Spanien  besucht,  Holland  und  England
  und  Frankreich  waren  ihm  schon  von  vorhergehenden
Reisen  bekannt  —  doch  ##tilte  er,  kaum  daß  die  Schweden
  nach  dem  Frieden  das  Land  völlig  geräumt  hatten,
aufs  neue  nach  Italien.  Ehe  andert  halb  Jahre  verflossen,
  gieng  es  zur  dritten  Itali  änischen  Reise.
Und  nicht  war  er  volle  neun  Monate  im  Lande,  so  war
die  vierte  Italiänische  Reise,  die  uͤber  fuͤnf  Vierteljahrelang
  dauerte,  beschlossen,  vollzogen.  «

Gleich  bei  dem  bekannt  gewordenen  Entschlusse,  zum
zweitenmal  nach  Italien  zu  gehen,  vereinigte  sich  der  ganze
Geheinierath  zu  dei  kraftvollesten  Unterstuͤtzung  der  landstaͤndischen
  Bitte  und  zur  drängendsten  eigenen  Vorstellung,  die
“r  durch  die  charakteristische,  Wabl  der  Gründe,  die  man.

dem  jungen  Herzog  vorhielt,  ein  eben  so  treffliches  Denkmal
des  unerschrockensten  Patriotismus  als  der  schnen  alrdeutschen
  Gesinnung  sämmtlicher,  Geheimenräthe  war.  Welcher
Rath  von  Pflicht  und  Ehre  hätte  auch  schweigen  können?