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Ein  Auftrag,  so  klar  und  eingeschränkt  als  dieser,  war
ein  eben  so  schoͤner  Beweis,  wie  glücklich  noch  gesammte
Landskände  den  vollen  Werth  ihrer  Freiheit  empfanden,  als
ein  Beispiel  der  seltensten  Mässigung  und  Klugheit,  daß
kein  Ritter  eine  unbegränzte  Vollmacht  wünschen,  und  kein
Städtedeputirter  den  uneingeschränkten  Repräsentanten  spielen
wollte.  Es  ist  ein  grosses  Glück,  wenig  Verantwortung  zu
haben,  und  wird  wohl  selbst  im  Lande  der  Freiheit,  selbst
unter  Welfischen  Regenten,  selbst  bei  dem  lebhaftesten  Gefühle,
  wie  viel  Gutes  etwa  in  einzelnen  Fällen  bei  einem
uneingeschränkteren  Mandate  bewirkt  werden  konnte,  wird  je
ein  Mann  von  patriotischer  Erfahrung  und  Klugheit  die
Gränzen  seiner  Wirksamkeit  und  seiner  Verantwortung  eigenmächtig
  erweitern  wollen?  6

Nicht  anderthalb  Jahrzehende  verflossen  seit  der  neuen
Formirung  dieses  beständigen  Ausschusses,  so  mochten  sich  die
Deputirten  segnen,  auf  ihr  eingeschränktes  Mandat  sich  berufen
  zu  können.  Nicht  fünfzchn  Jahre,  so  brachen  unter  Johaun
  Friederich  Zeiten  ein,  die,  so  wenig  sie  Zeiten  eines
Despoten  waren,  einem  muthvollen  Vertheidiger  der  Freiheiten
  des  Landes  manchen  prüfenden  Augenblick  mitbrachten.

Herzog  Chrisiian  Ludwig  zu  Zelle  starb  in  der  Blüthe
seiner  Jahre.  Der  bitterste  Zwist  beider  Brüder  Herzog
Gcorg  Wilhelms  und  des  Prinzen  Johann  Friederichs
  brach  aus;  wem  Zelle  zufallen,  wem  Calenberg  bleiben
  sollte?  Armeen  wurden  schon  geworben.  Die  protestantische
  und  die  katholische  Parthie  in  Deutschland  rüsteten  sich
schon  gegen  einander.  Gesandte  von  Königen  und  Fürsten
kamen  zu  vermitteln  in  Braunschweig  zusammen,  alle  Vermittlungsversuche
  wollten  mißlingen  —  Gott  erbarme  sich!
ein  Krieg  zweier  Brüder  gegen  einander!  Eine  vielleicht

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