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Aber  in  jenen  laͤngeren  Zeiten  bin,  in  welchen  ganze  Linien
  regierender  Familien  entstehen  und  ausskerben,.  blühen
und  verblühen,  da  iüdchten  sich  wohl  die  Umstände  von  Calenberg
  und  von  Zelle,  da  mochte  sich  mehrere  oder  mindere
Wbblhabenheit  dieser  Lande  so  groß  ändern,  daß  billig  alsdaum
  doch  ein  neuer  Optionsfall  festgesetzt  werden  müßte  8).
So  ruhte  Rechr'odet  Unrecht  der  Parthien  auf  einem
Worte  des  väterlichen  Tesiaments,  und  so  sehr  auch  die  Vertheidiger
  der  Sache  des  jüngeren  Bruders  mit  einer  polemischen
  Redfertigkeir,  die  nie  bloß  mit  achten  oder  scheinbaren
Beweisen  zufrieden  ist,  ihrem  eigenen  Interesse  zuwider  oft
heftig  genug  gegen  die  Gültigkeit  des  Testaments  selbst  sprachen,
  so  blieb  doch  immer  die  Hauptfrage,  auf  der  sich  der
ganze  Streit  drehte,  gerade  nur  jene  Stelle  des  väterlichen
Testaments.  Je  subtiler  aber  solch'  ein  Streit  war,  je  bitterer
  mußte  er  werden,  und  die  Lage,  in  der  beide  Parthien
gleich  beim  Ausbruche  des  Streits  sich  befanden,  ließ  die  gefährlichsten
  und  langwührigsten  Wirkungen  dieser  Bitterkeit
fürchten.

Der  jüngere  Bruder  Johann  Friederich  war  schon
seit  vierzehn  Jahren,  mit  einer  Redlichkeit,  die  auch  bei  fürsilichen
  Proselyten  selten  zu  seyn  pflegt,  zur  katholischen  Religion
  übergetreten.  Sein  Interesse  schien  also  gerade  besonders
  in  diesem  Streite,  auch  das  Interesse  der  katholischen
Religion  zu  seyn.  Und  wenn  man  vollends  aus  seinem  eigenen
  Munde  hörte,  wie  hart  er  bisher  gehalten  worden,

*)  Am  scharfünnigsten  sind  diese  Gründe  für  Johann  Friederich
auseinandergesezt  in  einem  Schreiben  des  Canzlers  Langebek
an  den  Zellischen  Gesandten  D.  Witte  in  Regensburg.  Zelle
20.  Mart.  1665.  Die  Anzeige  der  damals  gewechselten  Deductionen
  überhaupt,  f.  in  v.  Praun  bibl.  Brunsv.  L.  uneb.