224

ten  gegen.  vie  herrschende  Landesreligion  gedruckt  wurden  ?),
daß  man  um  jo  hohen  Preis  die  Reliquien  aus  Braunschweig
  erhandelte  75),  daß  die  Pfaffen  ungescheut  auf  Proselytemmachen
  ausgiengen  280),  daß  sie  manchen  verdächtigen
oder  halbverdächtigen  Mann  glücklich  in  Dienst  brachten  1),
das  alles  sah  Grote  wohl,  das  alles  bedauerte  wohl  Grote,
aber  fast  freiwillig,  daß  es  wenigstens  freiwillig  schien,  bequemte
  er  sieh  zu  kleinen  Aufopferungen,  nur  wenn  das  Leben
  des  Staats  und  der  wahre  Lebenskeim  der  Hanndverschen
  Kirche  ungeschwächt  gerettet  wurde.

»)  Zum  Drucke  kotholischer  Bücher  wurde  damals  ein  elgener
Buchdrucker,  Wolfgang  Schwendimann,  in  Hannover  aufgestellt.
  Was  für  Dinge  gegen  die  berrschende  Landereligion
er  zu  drucken  sich  erlaubte,  erhellt  aus  des  Capuciner  Dionpsius
  Philontbon,  welches  Hannover  1676  8.  erschien.

*)  Rehtm.  Chron.  S.  1517.

teo)  s.  Leben  des  berühmten  Petersen,  der  damals  Prediger  In
Hannover  war,  von  ihm  selbsi  beschrieben,  S.  52,  10.  Hierber
  gehören  auch,  Die  Religlonsvereinigungs-Traktaten  des
Bischoffs  von  Tina  und  Nenstadt  Christo.  Rorus  de  Spinola
und  seinec  Nachfolgers,  des  Gr.  v.  Buchhaim  am  Hofe  Johann
  Friederich's  und  Ernst  Augusi's,  namentlich  die  Conferenzen,
  welche  sie  besonders  mit  Molanus  und  Leibnitz,  mit
Vorwissen  des  Hofs,  hatten.

1)  Selbst  Leibnitzen  darf  man  vielleicht  hier  neunen,  wenn  sich
bei  künftiger  Publicirung  seiner  Correspondenz  mit  Ernst  von
Hessen-Rheinfels  das  alles  vor  den  Augen  des  prüfenden
Publikume  bewährt,  was  unpartheiische,  scharfsschtige  Kenner
darin  gefunden  haben  wollen,  und  was  schon  sein  auf  der  königlichen
  Bibliothef  zu  Hannover  noch  als  Manuseript  ruhendes
  Syslema  theologicum  nebst  dem  dabei  liegenden  Beweis
der  Transsubstantiation  hinlänglich  darthut.  Die  chronologische
  Geschichte  der  Religionsüberzeugungen  Leibnitzens,  die
sich  so  leicht  aus  seinen  noch  ungedruckren  Briefen  darthun
lassen  würde,  müßte  ein  höchst  interessantes  Werk  sevn.