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Nein  Katholik  kam  iu  den  Geheimenrath,  kein  Pfaffe
durfte  zu  Staatssachen  sprechen.  Hofchargen  verwehrte  er
ihnen  nicht,  Hofjunker  und  Cammerjunker  konnten  sie  werden,
  Hauptleute  und  Obristen  nach  Gutduͤnken,  aber  die  landesherrlichen
  Collegien  mußten  rein  bleiben,  die  Klosterguͤter
dursten  sie  nicht  antasten,  Klöster  und  Kirchen  im  Lande
nicht  pervielfältigen;  es  war  genug  an  den  Capucinern  in
Hannover.  6

Mit  der  Gemoahlin  des  Herzogs  war  ein  Schwarm
fremden  Volkes,  Welschen  und  katholischen  Volkes  ins  Land
gekommen.  Schon  unter  Georg  Wilhelm  waren  genug  Franzosen
  und  Italiäner  in  Hannover  gewesen;  nun  kamen  sie
mit  der  Gemahlin  des  Herzogs  haufenweise  von  Paris.  Ihr
Einfluß  auf  die  politischen  Gesinnungen  des  Herzogs  war
unverkennbar.  Der  ganze  neue  Hofton  in  Hannover  war
ihre  Melodie.  Doch  erhielt  Grote  immer  den  dirigirendsten
  Hauptton.  Er  gab  nach,  um  zu  gewinnen.  Er  siegte
mit  der  überwiegendsten  Macht  der  bündigsten  Vorstellungen,
  für  die  doch  Herzog  Johann  Friederich  nic  allen  Sinn
verlor,  selbst  wenn  ihn  auch  auf  kurze  Zeit  eine  Leblingsneigung
  bezauberte.

Was  wohl  der  Herzog  einmal  wollte,  das  pflegte  er
stark  zu  wollen.  Wo  er  einmal  mit  gereiztestem  Argwohn
eines  ·  bloß  eigensinnigen  Widerstandes  wollte,  fuhr  er  mit
Macht  fort.  Wie  wand  man  sich  doch,  um  vollstaͤndige
Religionsreversalien  von  ihm  zu  erhalten,  wie  lange  wurde
dispurirt,  bis  endlich  seine  Bestätigung  der  alten  Landespribilegien
  und  Rechte  völlig  unverfänglich  schien,  wie  fesi  hielt
er  nicht  auf  manchen  neuen  Grundsätzen,  die  unstreitig  so

neu  schienen,  daß  sie  in  keinem  jener  alten  geschriebenen
rittler'e  ssmmt#t.  Werte.  VII.  Bd.  15