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ziehung  segnen,  den  Soͤhnen  ihr  Auskommen,  den  Toͤchtern
einen  Mann  schenken  werde!  So  bildeten  sich  in  Ernst  Augusi's
  und  Sophiens  Charakter  jene  himmlischschöne  Züge
veredelter  Menschlichkeit,  deren  ihre  Geschichte  so  voll  ist,
jene  Deutschgröndliche  überfürstliche  Aufklärung,  die  sie  zu
Leibnitzens  Freunden=  machte,  jene  planmäßige  Festigkeit,  die
so  auszeichnend  in  ihrer  Regierung  war,  und  bei  dem  lebhaftesten
  Selbstgefühle,  bei  dem  unermüdetsien  Ausstreben  in  einen
  noch  glücklicheren  Zustand,  jene  überall  umherschauende
Dultsamkeit,  die  man  durch  Trübsale  jängerer  Jahre  so  leicht
lernt,  und  durch  glücklich  gewonnene  Tage  nachfolgender
Jahre  so  leicht  wieder  vergißt  7#).

Gleich  mit  dem  Antritte  der  Regierung  erwartete  Ern  st
Augusten  ein  doppeltes  großes  Werk,  eine  zwiefache  Unternehmung,
  die  nicht  Standhaftigbeir  allein  ausführen,  und
die  schlaueste  politische  Theoric  allein  nicht  vollenden  konnte.
Die  ganze  Verfassung  der  fürsilichen  Familic,  weil  nun  ein
neuer  Stamm  aufieng,  mußte  neu  gegründet,  bie  ganze  Cinrichtung
  des  Regimentes,  die  man  schon  ein  Jahrhundert
lang  durch  allmählige  Zufälle  hatte  entstehen  lassen,  mit
neuer  planmäßiger  Weisheit  endlich  veranstaltet  werden.

Schon  lang  war  die  Verfassung  des  Lüneburgischen
Fürsienhauses  das  wunderbarste  Spiel  des  Zufalls  und  der
halblundigen  Unwissenheit,  das  seltsamste  Gemische  der  ungelehrtesien
  Politik  und  der  unpolitishrechtlichsten  Gelehrsamkeit.
Sie  wußten  langher  nicht,  ob  Untheilbarkeit  und  Erstgeburtsrecht
  ein  Hausgesetz  sey  oder  nicht,  sie  unterschieden  langhin
nicht,  was  Senioratgesetz,  mas  Verordnung  des  Erstgeburt-*)

  Von  Ernst  August  und  Sorhiens  Charakter  f.  auch  Memoi-"
  res  ol  Ker  of  Kersland.  Remarks  upon  Cermany,  p.  113.