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Hofoamen  blieben  nichr  gleichgültig.  Die  Geheimemäthe  am
beiteten  redlich  für  den  Erbprinzen  Georg  Ludwig,  und  keiner
von  ihnen  allen,  weil  sie  alle  des  Landes  Wohl  kannten,  begünstigte
  auch  nur  augenblicklich  das  scheinbare  Interesse  des
zweiten  Prinzen  Friederich  August,  oder,  da  dieser  starb,  das
Interesse  des  noch  kuͤhneren  Prinzen  Maximilian  Wilhelm.

Wer  mag  denn  aber  auch  erzählen,  was  Anton  Ulrich
von  Wolfenbüttel  that?  Wer  mag  Bogebenheiten,  aufwecken,
die  in  den  Welfischen  Annalen  ihres  gleichen  nicht  haben,
wer  mag  Verwicklungen  einhüllen,  deren  ersies  Gewirre  die
merkwürdigste  Wirkung  wechselseitiger  kleiner  Verschuldungen
war,  deren  vollendetes  Gewebe  aber  das  Werk  der  schlauesten
Hofkabalen,  der  gereiztesten  Passionen,  der  profansien  Politik
wurde?

Es  frommt  nicht,  alles  Boͤse  zu  wissen,  was  geschah
oder  geschehen  sollte,  es  ist  unmenschlich,  der  Nachwelt  verrathen
  zu  wollen,  wie  weit  die  zügelloseste  Leidenschaft  auch
gute  Menschen  augenblicklich  hiuriß.  Selbst  Moltke  soll
hier  nur  genannt  werden,  so  volles  Recht  der  Historiker  auch
haben  mag,  wo  der  Blutrichter  sprach,  nachzusprechen  5),  so
belehrend  für  Hofleute  es  seyn  mochte,  auch  in  blutigen  Beispiclen
  die  Gefahr  kennen  zu  lernen,  die  dem  schlauvorsichtigen
  Eigennutze  pflichtvergessener  Prinzenschmeichler  droht.
Wie  hätte  es  werden  können,  wenn  der  erbitterte  Prinz  Marimilian
  Wilhelm,  der  seine  Regentenhoffnung  auf  Zelle  oder
Calenberg  nicht  aufgeben  wollte,  den  Traktat  mit  dem  Pabsic
  vollendet,  den  kaiserlichen  Hof  gewonnen,  und  bei  früherem
  Tode  seines  Vaters,  der  doch  alle  diese  Bewegungen
kaum  sieben  Jahre  lang  überlebte,  seinem  Versprechen  ge-“

  s.  Theatr.  Europ.  NlV.  S.  335  und  Lüneburgische  Annalen.