268

der  Adel,  welche  Meineide  und  welche  erniedrigende  Visitationen,
  welche  unentdeckbare  Betruge  und  welche  unertraͤgliche
Haͤrte  in  Aufforschung  dieser  Betruge  das  neue  Steuersystem
  nothwendig  veranlassen  muͤßte.

Man  zweifelte  laut,  ob  der  Vicecanzler,  der  am  nachdruͤcklichsten
  fuͤr  die  neue  Licenteinrichtung  sprach  *),  reiflich
genug  bedacht  habe,  wie  ungeschickt  eine  solche  Steuer  fuͤr
ein  Land  sey,  das,  von  fremden  Herrschaften  so  nahe  begraͤnzt
  und  so  häufig  durchschnitten,  Juden  und  Christen  die
gebahntesten  Schleichwege  zeige.  Ob  es  auch  zuverlässig  berechnet
  werden  konne,  wie  viel  jährlich  die  Licentstcuer  betrage,
  daß  sich  nicht  Reste  aus  einem  Jahr  in  das  andere
zögen,  neue  und  alte  Summen  zusammenwüchsen,  daß  der
Licent  nicht  höher  angesezt  werde,  als  man  zu  Aufbringung
der  nöthigen  Summen  nöthig  habe,  und  daß  nicht  durch  oͤftere,
  auf  den  erst  noch  zu  lernenden  Erfolg  relative,  Hauptveränderuligen
  das  Volk  noch  ungedulriger,  die  unvermeidliche
  Betrügerei  noch  häufiger  gemacht  werde.  Man  berechnete
  schon  voraus,  wie  wenig  Gewinn  seyn  könne,  wenn
man  die  größeren  Hebungskosien,  die  mit  dem  Licente  verbunden
  seyen,  erst  noch  abziehe,  und  man  rechucte  bis  zum
negativen  zurück,  wenn  man  die  Summen,  die  das  ausgee)

  Schon  den  großen  Landtag  M.  Febr.  168z  eröffnete  der  Vicecanzler
  Hugo  mit  dem  Terte  aus  dem  Jesaias:  „Eure  Ge-„dauken
  sind  nicht  meine  Gedanken,  cure  Wege
„nicht  meinr  Wegr.“  Es  wurde  auf  diesem  Landtage
doch  durchgesezt,  daß  nach  dem  Beispiele,  das  man  in  Zelle
und  Wolfenbüttel  für  sich  hatte,  durch  eine  fürül.  Verordn.
9.  Jun.  1683  eine  Vier=  und  Malaccise  ausgeschrieben  werden
  konnse;  dies  war  ein  Vorbote  der  drei  Jahre  daranf  folgenden
  Generalconsumtionsaccise.  Was  Rehtm.  Ehren.  S.
4725  von  Hugo's  Huldigungsrede  sagt,  isi  unrichtig.