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war,  und  wer  hörte  nicht  hörbar  genug  allein  schon  aus  Ungarn,
  wie  sehr  der  fromme  Pater  mehr  das  ewige  als  das
zeitliche  Wohl  der  irrenden  Protestanten  suche,  wie  treu  seine
gesammten  Gehülfen  die  Jesuiten  seyen,  wie  Leopold  seinem
und  ihrem  Nath  folge,  selbst  wenn  er  auch  halb  murrend
solgen  mußte.  Wer  mochte  einen  protestantischen  neunten
  Churfürsien  hoffen,  wenn  der  Kaiser  und  sein  Beichtvater
  den  neunten  Churfürsien  machen  sollten,  wer  die  Böhmische
  Readmission,  die  katholische  Parthie  zu  befriedigen,
als  Ersatz  anbieten,  wer  hoffen,  daß  der  alte  Kdnigmacher
zu  Rom  schweigen,  daß  den  geistlichen  Fürsten  Deutschlands
keine  neue  geistliche  Chur  zu  Sinne  kommen,  daß  selbst  auch
nicht  Oesterreich  einem  neuen  Churcompetenten  voreilen
werde?

Cburfürst  Friederich  Wilhelm  von  Brandenburg  wollte
gewiß  nie  einwilligen,  wenn  es  auf  seiner  Einwilligung  stund,
ob  das  Lüneburgische  Haus  noch  höher  steigen,  ob  sein  furchtbarster
  Nachbar  noch  furchrbarer  werden  sollte.  Brandenburgisches
  und  Haundversches  Interesse  war  bis  zum  bittersicu
Familienzwisie  in  einander  verschlungen.  Herzog  Ernst  August
  hielt  die  Parthie  seines  Tochtermanns  des  Churprinzen,
und  Churfürsi  Friederich  Wilhelm,  den  sonst  selten  unpolitische

Privatleidenschaft  übertäubte,  liebte  mit  aller  Schwäche  eines

alten  Mannes  seine  zweite  Gemahlin,  die  Stiefmutter  seines
Churprinzen.

War  auch  ein  großes  Hinderniß  gehoben,  da  Friederich
Wilhelm  starb  *),  Ernst  Augusi's  Tochtermann  Churkfürst

*)  Doch  hatte  er  selbst  noch  endlich  den  Lüneburgern  seine  Unterstützung
  zugesagt,  da  wieder  auf  der  andern  Seite  politische
Rügasichten  die  Sache  ihm  erwünscht  machen  konnten.  Da

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