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drängteren  kleineren  Reichsstaͤnde.  Die  altdeutsche  Liebe  zu
Oesterreich  schien  erkaltet.  Eine  große  Neutralitaͤtsparthie
schien  entstehen  zu  wollen,  die  sich  von  Leopold  Vortheile  bedingen,
  von  Ludwig  alte  und  neue  Versprechen  erfüllen  lassen
  würde.  Man  war  zu  Berlin  endlich  müde  geworden,
den  täuschendsten  Hoffnungen,  denen  Leopolds  Ministerlum
nicht  einmal  neuen  Glanz  geben,  deren  wiederholteste  Zernichtung
  Leopolds  Minlsterium  nicht  ungesehen  machen  konnte,
  Armeen  und  große  Geldsummen  gutwillig  auszuopfern.
Selbst  auch  in  Dresden  schien  Schöning,  der  neue  Günstling
  des  neuen  Churfürsien,  den  alten  Sächsischen  Familiengehorsam
  endlich  zu  verlassen.  Grote  cortespondirte  nach
Persailles  und  nach  Wien,  der  kaiserlichgesinnte  Bernstorf
zu  Zelle  hätte  solgen  müßen,  Eine  dritte  Parthie  in
Deutschland  wäre  entstanden,  die  dem  alten  Habsburgbourbonischen
  Kampfe  ruhig  zugeschaut,  der  auch  Ludwig  froh
genug  selbst  ihr  ruhiges  Zuschauen  reichlich  belohnr  haben
würde.  ·

Bei  der  allergemeinsten  Erschlaffung  des  alten  Hasses
gegen  Frankreich,  bei  den  gefahrvollsten  Unterscheidungen,  die
man  zwischen  Reichskriegen  und  Oesterreichischen  Kriegen  immer
  deutlicher  zu  machen  anfieng,  bei  dem  unvermeidlich  nahen
  Falle,  den  endlich  noch  der  Tod  Koͤnig  Karl's  II.  in
Spanien  drohte,  den  vielleicht  auch  das  Schicksal  unerwarteter
  einbrechen  ließ,  als  daß  noch  der  allgemeinste  Krieg
durch  vorläufige  Traktaten  abgewandt  werden  konnte,  war
kein  kaiserlicher  Minister  so  bekummert,  kein  Politiker  Leopolds
  so  thätig,  als  Kdnig  Wilhelm  III.  in  England.  Sein
Bentink  reiste  unermüdet  aus  dem  Haag  nach  Cassel,  von
Cassel  nach  Berlin,  von  Berlin  nach  Zelle,  von  Zelle  nach
Hannover.  Hler  bat  er;  dort  drohte  cr.  Zu  Berlin  schmei-