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chelte  er  dem  eitlen  Friederich;  zu  Wien,  wo  sie  in  alter
Unthätigkeit  fortschliefen,  mußte  er  die  Minister  aus  dem
Schlafe  herausstuͤrmen,  fuͤr  Deutsche  Fuͤrsten,  die  gewonnen
werden  sollten,  dem  Kaiser  neue  Versprechungen  abdraͤngen.
Und  was  versprach  er  selbst  nicht,  wenn  er  wankende  Alliirte
  fest  machen  wollte?  wie  wahrscheinlich  wurde  zu  Hanno-=ver
  der  erbliche  Besitz  von  Osnabrück  gemacht,  wie  schlau
Glück  gewünscht  zu  Erwerbung  des  Lauenburgischen,  wie  zuverläßig
  von  der  neuen  Churwürde  gesprochen  9)  2

Noch  war  Stratmann  unbekümmert,  was  auch  der
Englische  Gesandte  am  kaiserlichen  Hofe  ihm  vorhielt.  Noch
blieb  er  ruhig,  was  auch  der  kaiserliche  Gesandte  zu  Hannover
  Graf  Breuner  berichtete.  Noch  glaubte  er  höchstens
Subsidientraktate  mir  dem  Zellischen  Hause  endlich  noch
schließen  zu  müßen,  die  er  um  den  halben  Preis,  welchen
Ludwig  XIV.  anbot,  zu  jeder  beliebigen  Zeit  frühe  genug
erhalten  zu  können  hoffte.  Noch  schien  eine  redliche  Allianz
zwischen  Chursachsen  und  Zellehannover  unmbglich,  weil  der
Lauenburgische  Verlusi  in  Dresden  nie  vergessen  werde,  der
neue  Churfürst  von  Sachsen,  was  auch  sein  Günstling  der
wilde  Schdning  ihm  einsprechen  wollte,  leicht  gewonnen
werde  möge,  so  bald  nur  das  Fräulein  von  Neigzschitz  reichlich
  bezahlt  sey  —  bis  er  sah,  wo  er  seinen  Augen  kaum
traute,  daß  jene  unmögliche  Allianz  schon  entworfen,  der
Brandenburgische  Beitritt  nicht  einmal  erwarket,  der  Vortbeil,
den  sich  ein  bewaffurtes  Neutralitärssysiem  Deutscher  Churfürsten
  und  Fürsten  versprechen  konme,  durch  Grotens
Negociation  so  in's  Klare  gesezt  worden,  als  man  nie  bis-»)

  Vergl.,  auch  hiebei  den  mit  England  und  den  Generalstaaten
geschlosseurn  Traktat,  30.  Iun.  1692.