a06
D.  sollten  sich  wiederum  nach  Wolfenbuͤttel  wenden;  Ego
deutete  soviel  an,  daß  ich  nicht  rathen  könnte,  jedoch  baͤthe
man  Ser.  Herzogs  Christian  heilsamen  Einrath.

Der  Statthalter  relol#irte  Nomine  Seines  Herrn  sofort
mit  diesen  Worten,  sein  gnädiger  Fürst  und  Herr  könnte  nicht
rathen,  daß  dero  vielgeliebter  Herr  Vetter  sich  sollte  in  die
custodiam  voluntariam  begeben,  daraus  sie  Gott  der  Allerbochste
  liberiret.  Also  ward  geschlossen  nicht  wieder  in  Wolfenbüttel
  zu  kehren,  sondern  sich  nach  Braunschweig  zu  wenden.

Aus  diesem  Conclulo,  als  einer  heilsamen  Quelle,  so
ich  nach  äuserstem  meinem  Vermögen  befordert,  ist  die  leriole
erfolgte  liberation  des  Vaterlandes  entsproßen,  welche  sonst
niemahls  geschehen,  und  der  fromme  Fürst  Herzog  Friederich
Ulrich  wohl  ad  perpetuos  carceres  hätte  gerathen  dürfen.
Nachdem  mahl  nun  in  reifem  Fortsinnen  in  dem  pleno  consilio
  in  beysein  des  Landesherrn  geschlossen,  daß  es  anders
nicht  seyn  könnte,  alldieweilen  der  Graf  Tylli  die  Fürstenthümer
  Wolfenbüttel  und  Calenberg  occupirt,  die  des
Stists  Hildesheim  von  dem  Churfürsten  zu  Colln,  kraft  einer
zu  Speyer  den  gren  xbr.  ao.  1629.  publicirten  Sentenz
eingenommen,  es  müsten  Sr.  H.  D.  zu  den  Waffen  greifen,
und  sich  bemühen,  ihr  Land  und  Leuten  zu  reoccupiren,  immasen
  auch  geschehen,  daß  der  Gen.  Wachtmeister  Tilo  Albrecht
  von  Uslar  vnd  der  Obersi  v.  Mitzephal  zu  Roß  und
Fuß  geworben,  hat  sich  begeben,  daß  S.  H.  D.  misgdustige,
solches  bey  der  Krone  Schweden  und  den  hohen  ministris
uͤbel  anbrachten,  so  gar,  daß  ein  schwedischer  Minister,  nahmens
  Jacob  Steinberg  weyl.  fuͤrstl.  Br.  Luͤneb.  Rath  dem
Herzog  Fried.  Ulrich  zu  Braunschweig  in  dem  grauen  Hof
als  der  Zeit  fürsil.  Residenz  in  seinem  eigenen  Zimmer  prelentibus
  cancellario  et  omnibus  conliliarüs,  Namens  der