69

dosius,  daß  er  eine  Synode  zusammenberufen  habe  ungefähr
um  das  Jahr  363;  und  vergleicht  man  unsre  Laodicenischen
Schlüsse  mit  demjenigen,  was  der  Gegenstand  dieser  Synode
gewesen  seyn  soll,  so  ist  die  Aehnlichkeit  unläugbar.  Pagi  *)
scheint  Godefroy's  Meinung  beizustimmen,  aber  Tillemont  **)
sidßt  sich  daran,  daß  eine  Kirchenversammlung,  deren  Schlüsse
von  der  Kirche  so  allgemein  angenommen  worden,  aus  lauter
  arianischgesinnten  Bischöfen  bestanden  haben  soll.  Gegen
eine  Begebenheit,  die  doch  so  viele  Wahrscheinlichkeir  hat,
als  diese,  sollte  man  keinen  Grund  aus  der  Dogmatik  nehmen:
  und  es  wäre  öberdieß  nicht  das  einzige  Beispiel,  daß
die  Kirche  solche  Schlüsse  angenommen,  wolche  auf  sogenannten
  ketzerischen  Concilicu  gefaßt  worden.  Marka  *82)
setzt  das  Laodicenische  Concilium  in  das  Jahr  365;  denn
er  glaubt,  der  Brief  des  Kaiser  Valentinians  sammt  dem
Synodalschreiben  der  Illprischen  Synode  beym  Theodorct##)
sey  an  die  Väter  zu.  Laodicea  gerichtet  gewesen:  aber  aus
der  Ueberschrift  )  des  kaiserlichen  Schreibens  folgt  nicht
nothwendig,  daß  die  Bischdfe,  an  die  es  gerichtet  war,  versammelt
  gewesen  seyen.  Sonderbar  wäre  es,  wenn
man  aus  der  Ungewißheit  der  Geschichte  dieses  Conciliums
  einen.  Einwurf.  gegen  seine  Wichtigkeit  machen
wollte.  Von  den  wichtigsien  Begebenheiten  der  ersien
christlichen  Kirche  wissen  wir  bloß  die  Resultate:  nichts
von  den.  stufenweisen.  Verhandlungen,  nichts  „von  den

v)  a.  a.  514.

**)  Tom.  VI.  les  Ariens  art.  139  et  not.  95.

*“%)  De  Concordia  Sacordolii  et  imperii.  Francol.

«  pag.  215.

#“Hist.  Eccl.  L.  IV.  c.  8.
)  Episcopis  Dicecesis  Asianae,  Phrygiae,  Carophrygiae,  Pacalianae.
