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die  gewöhnliche  Leseart  aus  dem  Pfeudoisidorus,  so  stammt
sie  aus  einer  Handschrift  des  neunten  Jahrhunderts,  welche
Copie  eines  Coder  ist,  der  durch  mannigfaltige  Zusätze
entstellt  war.  Wie  soll  also  diese  gewöhnliche  Leseart  entscheiden
  können?  Entweder  bleibt's  ungewiß,  was  die  ächte
Leseart  der  unverfälschten  Isidorschen  Uebersetzung  sey,  oder
müssen  wir  andere  Zeugen  haben,  als  blos  das  Eremplar
des  Pfeudoisidorus.

.  15.

Durch  die  Bemühungen  des  P.  Quesnels  und  seiner
Revisoren,  der  Ballerini,  haben  wir  noch  ein  Paar  sehr
wichtige  Zeugnisse  erhalten,  welche  der  wahren  Isidorschen
Leseart  vielleicht  ein  größeres  Licht  geben.  Als  einen  Anhang
  zu  den  Werken  Leo  des  Großen  hat  Quesnel  einen
codex  canonum  ecclesiasticorum  abdrucken  lassen,  der
ganz  gewiß  weder  Dionysens  noch  Isidors  Sammlung
ist.  Diese  Sammlung  ist  Privatunternehmen  eines  Mannes
  in  Gallien;  denn  ehe  Rom  seine  Gesetze  und  Sammlungen
  der  Welt  aufdrang,  war  keine  gesetzlich  auktorisirte
  allgemeine  Sammlung,  sondern  jeder  schrieb  für
sich  ab,  sammelte  für  sich.  Die  Menge  der  verschiedenen
  Sammlungen,  die  man  seit  kurzem  nach  und  nach
entdeckt  hat,  beweißt  dieses  genugsam.  In  dieser  gallischen
Privatsammlung,  die  aber  doch  sehr  beliebt  gewesen  seyn
mag,  weil  man  mehrere  sehr  gute  Abschriften  derselben  fand,
stehen  auch  die  Lgodicenischen  Schlüsse.  Quesnel  hat  bei
seiner  Ausgabe  nur  zwei  Handschriften  gehabt:  eine  erhielt
er  von  Orfort  durch  seinen  Freund  Eduard  Bernard,  die
andere,  bei  weitem  vorzüglichere,  war  eine  thuaneische.  Die
Ballerini  hatten  nicht  nur  das  Glück,  von  Wien  eine  Hand-Spittlers

  sämmtl.  Werke  VIII.  B.  8