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eine  Copie  eines  spanischen  Coder  seyn  sollte,  ist  gewiß  demjenigen
  nicht  glaublich,  der  die  Geschichte  der  Ausbreitung
solcher  fruͤhen  Kirchengesetze  kennt.  Doch  bei  allen  diesen
Gruͤnden,  die  mir  das  Zeugniß  des  vatikanischen  Codex
zu  schwaͤchen  scheinen,  getraue  ich  mir  doch  noch  nicht  voͤllig,
  zu  entscheiden:  wir  haben  zu  wenig  data,  zu  wenig
verglichene  Codices.  Den  Ballerini  ist  einer  der  wichtigsten,
  der  veronesische  n.  58.  hier  ganz  unbrauchbar,  weil
er  vom  sechszehnten  Canon  an  verstuͤmmelt  ist:  Es  muß
sich  zeigen,  wenn  einst  mehrere  kritische  Sorgfalt  auf  Berichtigung
  der  Concilienschlüsse  und  auf  Hervorsuchung  der
Sammlungen  alter  Canonum  gewendet  wird,  ob  sich  die
Gründe  für  oder  wider  die  Autheuticität  dieser  Stelle  der
Isidorschen  Uebersetzung  häufen.  So  viel  ist  unterdeß  gewiß,
  daß  sich  weit  leichter  begreifen  läßt,  wie  dieses  Verzeichuiß
  hineingekommen,  als,  wie  es  herausgefallen  seyn
sollte.  Welcher  Uebersetzer,  welcher  Abschreiber  sollte  wohl
in  so  hohem  Grade  nachlaͤßig  seyn,  und  ein  so  großes  Stuͤck
hinweglassen:  oder  hatte  er  Lust,  untreu  zu  seyn,  und  die
Laodicenischen  Schlüsse,  weil  sie  mit  seiner  Dogmatik  nicht
übereinkamen,  zu  verändern,  so  hat  der  Schreiber  des  veronesischen
  Codex  am  besten  gewußt,  wie  er  sich  hier  helfen
sollte.  Ein  so  großes  Stück  von  einer  so  alten  Synode
hinwegzuthun,  war  zu  gewaltthärig:  man  kam  weit  leichter
zu  seiner  Absicht,  wenn  man  Zusätze  und  Veränderungen
machte.  Hingegen  sieht  das  ganze  Verzeichniß  einer  Glosse
vollkommen  gleich:  bald  schrieb  man  diese  Glosse  des  neun
und  funfzigsten  Canons  mit  dem  Canon  selbst  in  einem
fort:  und  ein  nachfolgender  Verbesserer  hat  vollends  zwei
Cenones  baraus  gemacht.