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das  von  der  bekannten  sechsten  Synode  verworfen  wurde,
scheint  etwas  mehr,  als  bloßer  Zufall  zu  seyn.

Der  Laodicenische  Canon  hat  also  nicht  mehr  Auktorität
als  der  fünf  und  achtzigste  Apostolische,  denn  er  ist  bloß
eine  veränderte  Ausgabe  desselben:  von  welch  geringem  Ansehen
  aber  eben  dieser  apostolische  Canon  sey,  ist  hier  nicht
der  Ort  zu  beweisen.  So  viel  aber  erhellt  aus  dem  ächten
Stuͤck  des  Laodicenischen  Canons  ganz  gewiß,  daß  man  zu
den  Zeiten  dieser  Synode  von  den  kanonischen  Büchern
des  Alten  und  neuen  Testaments,  als  von  einer  völlig  bekannten
  Sache,  sprach.  Wenn  die  Laodicenischen  Väter  nicht
für  allgemein  bekannt  annahmen,  was  für  Schriften  kano,
nisch  seyn,  wie  thdricht  unbestimmt  wäre  ihr  Schluß.

1551t

Einen  traurigen  Begriff  von  dem  kritischen  Werth  aller
  unsrer  allgemeinen  Conciliensammlungen,  muß  uns  diese
genauere  Untersuchung  des  Sosten  Laodicenischen  Canons  machen.
  Man  hat  mit  der  neuesten  Mansischen  Sammlung  sechszehen
  Ausgaben  von  allgemeinen  Concilien-Sammlungen,
  und  ohne  dasjenige,  was  Baluze,  Martene  u.  a.  noch  besonders
  als  Supplemente  nachgetragen  haben,  zwölf  von
verschiedenen  Gelehrten  besorgte  Sammlungen.

Und  in  allen  diesen  ist  kein  Wink  gegeben,  der  uns
irgend  zu  der  Vermuthung  bringen  könnte,  daß  dieser  Laodicenische
  Canon  unächt  sey.  Ist  es  aber  auch  in  den  Kräften
  eines  einzigen  Mannes,  etlich  und  zwanzig  Folianten
kritisch  zu  berichtigen  Ein  Werk,  mehrerer  Jahre  wäre
es  für  eine  Congregation  des  H.  Maurus,  besonders  da  noch
so  viele  ganz  unbenützte  Handschriften  in  den  Bibliotheken
verborgen  liegen.  Kirchengcographie  und  Kirchengeschichte