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wohl  erst  von  Photius  aus  Gelegenheit  seines  Nomokanons
uͤbersetzt  worden  seyen.  Dieser  muthige  Vertheidiger  der
aristokratischen  Freiheit  der  Kirche,  irrte  sich  diesmal  in  seinen
  beiden  Vermuthungen,  denn  Johann  von  Antiochien
ist  drei  Jahrhunderte  älter  als  Photius,  und  Photius  hat
nicht  mehr  als  Johann:  auch  kann  überhaupt  Dionysens
Jeugniß  nicht  entscheidend  sepn,  denn  was  er  nicht  finden
konnte,  das  hat  sein  Zeitgenosse  in  Constantinopel  gehabt.
So  sieht  also  die  Wage  gleichsam  mitten  inne:  auf  beiden
Seiten  alte,  bewährte  und  wichtige  Zeugen.  Die  Sammlung
  der  canones,  welche  in  der  prisca  enthalten  ist,  fällt
höchst  wahrscheinlich  ins  fünste  Jahrhundert:  die  unter  Isidors
  Namen  bekannte  Sammlung  ist  nicht  viel  jünger,  und
ob  schon  Dionys  bloß  als  Privatmann  seinen  codex  sammelte,
  so  sieht  man  doch  aus  der  ganzen  Entstehungsgeschichte
  desselben,  daß  es  ihm  nicht  an  hinreichenden  Hülfs
mitteln  gefehlt  habe.  Auf  der  andern  Seite  wird  die  Authenticität
  der  griechischen  Urkunde  theils  durch  wahrscheinliche
Vermuthungen,  theils  durch  das  Zeugniß  Johanus  von  Antiochien
  bekräftigt.  Herr  Consistorialrath  Walch,  hält  in
seiner  Geschichte  der  Kirchenversammlungen  S.  170.  Anm.  3.
die  lateinische  Urkunde  für  Uebersetzung  und  die  griechische
für  das  Original:  daraus  aber  läßt  sich  noch  nicht  entscheiden,
ob  er  den  Originaltert  aus  der  Uebersetzung,  oder  die  Uebersetzung
  aus  dem  Originaltert  verbessert  wissen  will.  Doch
scheint  er  mehr  für  das  letztere  geneigt  zu  seyn,  weil  er  die
Ausgabe  des  Beveridge  empfiehlt,  und  in  seiner  Anzeige  der
canones,  bloß  nach  der  griechischen  Urkunde  sich  richtet.
So  theilten  sich  also  auch  bisher  die  Meinungen  derjenigen
Maͤnnet,  die  nach  ihren  ausgebreiteten  und  tiefen  Einsichten
in  die  ganze  Coneciliengeschichte  vorzügliche  Aufmerksamkeit