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dicensischen  Synode  galt  zwar  im  Orient  das  Ansehen  der
Metropolitane,  aber  im  Occident  war  eine  noch  bei  weitem
allgemeinere  und  ausgebreiketere  Aristokrati.  Warum  der
10.  und  12.  Canon  beim  Isidor  in  der  griechischen  Urkunde
fehlen,  läßt  sich  zwar  nicht  aus  dem  bloßen  Inhalt  derselben
  sehen,  denn  dieser  ist  so  allgemein,  daß  er  gar  wohl
auch  auf  die  Orientalischen  Kirchen  passen  könnte:  aber  es
können  doch  damals  gewisse  Lokalursachen  gewesen  seyn,  die
wir  jelzt  bei  dem  Mangel  einer  recht  detaillirten  Kirchengeschichte
  der  damaligen  Zeiten  nicht  mehr  wissen,  und  diese
Lokalursachen  trafen  vielleicht  bloß  die  Kirchen  des  Occidents.
Ob  der  18.  Canon  beim  Isidor,  den  man  unterdeß  auch  im
griechischen  Tert  vermißte,  wirklich  niemals  darin  gestanden
sey,  oder  bloß  durch  Nachläßigkeit  der  Sammler  und  Abschreiber
  herausgefallen,  ist  noch  sehr  zweifelhaft:  denn  die
Ballerini  haben  im  dritten  Theil  der  Werke  Leo  des  Großen
(S.  590  —597.)  eine  sehr  alte  lateinische  Uebersetzung  der
griechischen  Urkunde  abdrucken  lassen.,  und  dieser  alte  Uebersetzer
  las  in  seiner  griechischen  Handschrift  diesen  achtgebenten
  Canon.  Vielleicht  auch,  daß  sich  bei  einer  künftigen
genauern  Kritik  der  alten  canones  auch  der  10.  und  12.
Ilidorsche  canon  im  griechischen  Text  finden:  so  unerwartet
  die  Entdeckung  des  achtzehuten  war,  soviel  mehr  Hoffnung
  macht  uns  dieses,  endlich  auch  noch  jene  aufzufinden.
Alsdenn  wäre  völlig  alle  Dunkelheit  gehoben,  und  es  wäre
zwischen  der  griechischen  und  lateinischen  Urkunde  kein  Unterschied
  mehr,  von  dem  man  nicht  die  genaueste  Rechenschaft
  geben  könnte.

Diese  Gründe  für  die  Ballerinische  Hopotbese  fiuden  sich
aus  der  bloßen  Vergleichung  des  Unterschieds  der  griechischen
und  lateinischen  Urkunde:  noch  sind  einige  übrig,  selbst  aus