137

der  Geschichte  der  sardicensischen  Spnode.  Die  Anzahl  der
abendländischen  Väter  war,  wie  Herr  Consist.  Rath  Walch
bemerkt.,  bei  dieser  Versammlung  größer,  als  die  Anzahl
der  Orientalen:  aus  Rom,  Spanien,  Gallien,  Italien,  und
wie  sie  in  dem  Synodalschreiben  bei  Hilarius  und  Athanasius
weiter  angeführt  werden,  waren  mehrere  Bischèfe  da:  der
Zweck,,  auf  welchen  die  Synode  hinarbeitete,  war  —  den
Occidentalen  die  Entscheidung  der  athanasianischen  Streitigkeit
  in  die  Hände  zu  pielen:  und  doch  war  der  Hauptsitz
der  Sereitigkeit  im  Orient.  Die  rdmische  Welt  war  damals
zwischen  zwei  Regenten  getheilt.  Constantius  regierte  Asien,
Syprien  und  Egypten:  Constanz  Illprien,  Italien,  Afrika,
und  die  seinem.  Bruder  Constantin  enkrissenen  Provinzen,
Britannien,  Gallien,  Spanien.  Beide  Kaiser  schrieben  die  Synode
  mit  einander  aus.?)  Nun  erdichte  man  sich  den  Fall,
daß  Karl  der  Gr.  und  Nicephorus  miteinander  eine  Synode
  ausgeschrieben  hätten:  und  außer  der  Verschiedenheit
der  Namen  ist's  gerade  der  Fall,  wie  bei  der  sardicensischen
Synode  —  der  Kaiser  des  Occidents  mit  dem  Kaiser  des
Orlents:  —  würden  die  Synodalschlüsse  bloß  griechisch
oder  bloß  lateinisch  abgefaßt  worden  seyn?  Wörde  Karl
oder  Nicephorus  die  Sprache  seiner  Länder  haben  verdrüngen
  lassen?  War  es  nicht  beinahe  nothwendig,
däß  die  canones  in  den  Sprachen  beider  Reiche  sowohl
lateinisch  in  der  Sprache  des  Occidents,  als  griechisch

)  Die  Traumereien  des  Baronius,  daß  der  roͤmische  Bischof
Julius  diese  Sonode  zusammenberufen  habe,  widerlegt  binreichend
  Pagi  Critica  in  annales  Baronil  ad  a.  366.  n.  V.
Die  Zeugnisse  des  Athanasius  in  seiner  andern  Apologie,  in
seinem  Brief  an  die  Einsledler,  und  das  eigne  Seugniß  der
sardicensischen  Väter  in  ihrem  Snodalschreiben,  sind  ganz
entscheidend.