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eine  Fortsetzung  der  Pisanischen  oder  für  ein  neues,  von  jener
unabhängiges  Concilium  anzusehen  sey.  *).  Dem  Papst
Fohann  lag  alles  daran,  eine  Bejahung  dieser  Frage  zu  erhalten,
  denn  ihm  wäre  dadurch  gleichsam  schon  zum  Voraus
seine  dreifache  Krone  versichert  gewesen.  Er  wax  der  Nachfolger
  desjenigen  Papstes,  den  die  pisanischen  Väter  erwählt
hatten:  nun  konnte  also  das  costnitzische  Concilium  ihm  nicht
entgegen  seyn,  wenn  es  sich  gleich  anfangs  erklärt  hätte,  bloß
das  Werk  auszuführen,  welches  die  pisanischen  Väter  angefangen.
  Denn  der  wahre  Sinn  dieser  Erklärung  wäre  alsdenn
  gewesen  —  bloh  die  Absetzung  der  beiden  Gegenpäpsie
Gregors  und  Benedikts  zu  vollführen.  Aus  allem  bisherigen
erhellt  nun  soviel,  daß  es  in  der  Kirchengeschichte  gar  keine
fremde  Sache  ist,  wenn  zwei  Versammlungen,  die  auch  in
ziemlicher  Zeitentfernung  von  einander  gehalten  wurden,  als
zusammenhängend  angesehen  werden,  daß  wirklich  oft  die  später
  gehaltene,  diejenige,  welche  bloß  als  Fortsetzung  angesehen
werden  solle,  unter  dem  Namen  der  frühern,  d.  i.  derjenigen,
deren  Fortfetzung  sie  seyn  solle,  angeführt  wird:  und  alsdenn
ist  auch  das  gewiß,  zwei  Concilien,  die  sich  wie  Anfang  und
Forrsetzung  gegen  einander  verhalten,  müssen  von  gleicher
Auktorität  seyn.  Sollte  vielleicht  jetzt  obige  Folgerung  mehr
Deutlici  keit  und  mehr  Wahrscheinlichkeit  haben,  als  sie  dem
ersten  Anblick  nach  hatte?  Wenn  es  gewiß  ist,  daß  die  Alten
öfters  (lauf  die  Menge  der  Beispiele  kommt  hier  sehr  viel
an)  die  sardicensischen  Schlüsse  als  nicänische  angeführt  haben,
so  ist  große  Wahrscheinlichkeit,  sic  haben  das  nicänische  und
sardicensische  Concilium  als  eines  angesehen.  Sahen  sie

%  S.  Herrn  —  Walch's  Oeschichte  der  Kirchenversammlungen.
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