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gener  als  Pseudoisidor  oder  er  muß  seiner  Sache  vollkommen
  gewiß  zu  seyn  geglaubt  haben:  denn  sein  ganzes  Betragen
  ist  entweder  das  Betragen  eines  vollkommen  ehrlichen
  Mannes,  der  im  vollen  Bewußtseyn  einer  gerechten
Sache  recht  dreist  und  geradezu  handelt,  aber  durch  eine  ungluͤckliche
  Verknuͤpfung  der  Umstaͤnde  einen  Irrthum  behauptet:
  oder  es  ist  das  Betragen  des  entschlossensten  Betruͤgers.
  Wie  es  moͤglich  sey,  daß  sich  Zosimus  geirrt  haben
  koͤnnte,  werde  ich  jetzt  zeigen.

V.  14.

Schon  aus  der  Geschichte  der  chalcedonischen  Synode
bat  man  laͤngstens  gewußt,  daß  die  canones  ehmals  in  zusammenhaͤngender
  Reihe,  ohne  daß  die  Schluͤsse  verschiedener
  Synoden  ordentlich  von  einander  getrennt  worden,  gleichsam
  als  ein  Wort  in  einem  hinweg  geschrieben  worden.
Man  hat  die  Beobachtung  zu  weit  ausgedehnt,  da  man  behauptete,
  sie  treffe  alle  alte  codices  canonum:  ausgemacht
aber  ist,  daß  sie  auf  mehrere  sowohl  griechische  als  lateinische
  geht.  Von  den  erstern  beweist  es  genugsam  der  coder,
aus  welchem  auf  der  chalcedonischen  Synode  vorgelesen
wurde:  auch  der  codex,  dessen  sich  die  Pisidische  Bischoͤfe
bei  ihrem  Schreiben  an  den  Kaiser  Leo  bedienten  2).  Von
den  letztern  beweist  es  Dionysius,  und  einigermaßen  der
codex  canonum  ecclesiasticorum,  der  im  dritten  Theil  der
Werke  Leo  des  Großen  abgedruckt  ist.  Man  sieht  hieraus
wie  leicht  es  möglich  war,  den  Canon  einer  Synode  mit
dem  Canon  einer  andern  zu  verwechseln,  besonders  wenn
der  verwechselte  Canon  gleichsam  auf  der  Gränze  lag,  ent-V.

  Ballerinior.  iract.  de  ant.  can.  collect.  pog.  36.