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Dionys,  der  in  der  ersiern  Hälfte  des  sechsten  Jahrhunderts
seine  Uebersetzung  und  Sammlung  machte,  fand  sie  schon
vor  sich.  Also  schon  im  fünften  Jahrhundert  gab  es  codiges
  canonum  in  der  lateinischen  Kirche,  welche  auf  die  nicänischen
  Schlüsse  unmittelbar  die  sardicensischen  folgen
ließen.  Wahrscheinlich  wurde  die  prisca  in  Italien  gemacht,
  theils  findet  man  sie  am  häufigsten  in  italiänischen
Sammlungen,  theils  verräth  sich  auch  der  Verfasser  beie
Uebersetzung  des  sechsten  nicänischen  Canons  als  einen  besondern
  Kenner  der  italiänischen  Sachen,  und  Dionys  fand
sie  zu  Rom  als  gewöhnlich  gebraucht.

2.  In  der  Mitte  des  sechsten  Jahrhunderts  schrieb  ein
Diakonus  zu  Karthago,  Fulgentius  Ferrandus,  eine  breviatio
  canonum  ecclesiaslicorum:  in  dieser  nun  macht
er  den  letzten  nicänischen  Canon  zum  ersten  sardicensischen.
Er  begeht  also  umgekehrt  gerade  eben  den  Fehler,  den  Josimus
  begieng.  Da  sich  sein  Fehler  nicht  leicht  auf  eine  bes,
sere  Art  erklären  läßr,  als  daß  man  annimmr,  entweder  er
selbst  habe  einen  coder  canonum  gehabt,  wo  die  canones
  in  fortlaufender  Zahlenreihe  und  zwar  die  sardicenstschen
unmittelbar  nach  den  nicänischen  geschrieben  gewesen,  oder
schon  der  Abschreiber  des  coder,  den  er  vor  sich  gehabt,
sey  durch  einen  solchen  Coder  zu  dieser  fehlerhaften  Abtheilung
  verleitet  worden:  so  ist  es  billig,  den  Fehler  des  Bischofs
  Zosimus  auf  gleiche  Art  zu  erklären.  Wohl  zu  merken
  ist,  daß  Ferrandus  bloß  eine  breviatio  canonum
und  keine  Uebersetzung  schrieb,  sondern  er  gebrauchte  die  lateinischen
  Uebersetzungen,  die  man  zu  seiner  Zeit  in  Afrika
hatte:  sein  Beispiel  beweist  also  nur  für  die  lateinischen
codices,  und  nicht  für  die  griechischen.

3.  Wer  eine  ganze  Reihe  von  Handschriften  angezeigt