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dern,  daß  sich  zu  einer  Zeit,  wo  Geschichte  und  die  darauf
sich  gründende  Kritik  odllig  unbekannt  war,  eine  solche  Sammlung
  voll  der  handgreiflichsten  Betruͤgereien  ausbreitete.  Freilich
  zeigen  sich  gegen  alle  diese  Vermuthungen  sehr  bald  große
Schwierigkeiten;  fo  große,  daß  ich  der  gewoͤhnlichen  Erzählung)
  auch  noch  ehe  ich  die  Sache  aufs  genaueste  gepruͤft
haite,  doch  nicht  beitreten  konnte.
g.  2.

Karls  Regierung  war  doch  bei  weitem  nicht  so  sehr  die
Zeit  der  Unwissenheit,  daß  sich  ein  solches  Produkt,  als  diese
Angilramnische  Capitel  sind,  ganz  bffentlich  hätte  zeigen
dürfen,  daß  man  es  bei  Entscheidung  einer  sehr  wichtigen
Streirigkeit  den  forschenden  Augen  so  vieler  Gegner,  welche
alle  durch  Neid  und  Feindschaft  gegen  Angilramn  doppelt
geschärft  waren,  zur  Prüfung  hätte  vorlegen  können.  Soll
man  annehmen,  daß  Pseudoisidors  Sammlung  schon  vor  Angilramn
  so  bekannt  gewesen,  daß  dieser  zu  seiner  Vertheidigung
  gar  wohl  habe  Ercerpte  daraus  machen  können,  so  ist
eine  so  frähe  Ausbreitung  jener  betrügerischen  Sammlung
ganz  gegen  alle  Geschichte:  und  trat  Angilramn  zuerst  mit
derselben  hervor,  wie  ist's  moͤglich,  daß  er  gar  keinen  Widerspruch
  erlitten?  Haben  doch  fast  hundert  Jahre  nachher  die
franzdsischen  Bischdfe  an  der  Authemticität  dieser  Isidorschen
Dekretalen  und  Coneilienschlüsse  gezweifelt,  da  Nicolaus  I.
das  berühmte  Schreiben  deswegen  an  sie  ergehen  ließ.  Und
damals  waren  diese  doch  schon  überall  ausgebreitet.  Wenn
diese  Capitel  wirklich  entweder  von  Angilramn  oder  von
Adrian  selbst  sehn  sollen,  so  müßte  entweder  einer  dieser  beiden
  selbst  Pleudoisipor  gewesen  sepn,  oder  müßten  sie  wenigstens

  die  ersten  gewesen  seyn,  die  diese  Waaren  bekannt  gemacht
  haben.