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Capitel  sein  Betrug  augenblicklich  entdeckt  werden,  und  doch,
unglaublich  ists!  Jahrhunderte  hindurch  hat's  gedauert,  bis
man  die  so  somnenklare  Spuren  endlich  gefunden  hat.  Oben
babe  ich  des  fünften  Capitels  als  eines  ganz  entscheidenden
Grundes  gedacht,  daß  unmöglich  weder  Adrian  noch  Angilramn
  Verfasser  dieser  Capiteln  seyn  können:  ich  muß  gestehen,
  daß  ich  auch  nicht  begreifen  kann,  was  selbst  nur
der  Betruͤger  bei  diesem  Abschnitt  gedacht  haben  mag,
oder  in  welcher  Absicht  er  diesen  Canon  setzte:  aber  unbegreiflicher
  bleibt  mir  doch  noch  immer,  wie  man  diesen  Canon
  jeemals  lesen  konnte,  ohne  zugleich  die  sichtbarste  Betrügersspuren
  zu  sehen.  So  sind  noch  manche  andere,  aus
denen  sich  kein  gesunder  Verstand  herausbringen  läßt:  und
manche  andere  widersprechen  sich  sehr  unrereinander.  Ein
sehr  feiner  Griff  des  Pileudoisidorus  war  es,  seine  Sammlung
  darch  einen  solchen  Auszug  allgemeingangbarer  und
allgemeinbrauchbarer  zu  machen:  solche  kurze  abgerissene  Sätze,
als  diese  Capitel  größtentheils  sind,  müßten  auch  dem  ungelehrtesten
  Clericus,  der  oft  kaum  zwei  Perioden  im  Zusammenhang
  denken  konnte,  ganz  angemessen  und  willkommen
  seyn.  Daß  der  Betrüger  dem  Auszug  einen  vom  Hauptwerk
  ganz  verschiedenen  Titel  gab,  dazu  hatte  er  sebr  gute
Gründe.  So  sollte  eines  das  Jeugniß  des  andern  bekräftigen:
  der  Unwissende  glaubt  immer  gerner,  was  er  in  zwei
Büchern  von  verschiedenem  Titel  liest,  als  was  nur
in  einem  steht;  so  hätte  man  dem  Schein  nach  gleichsam
aus  Rom  und  aus  Spanken  sehr  glaubwürdige  Jeugen  füt
die  Authenticität  der  Stücke,  womit  dieser  Brrüger  die  Welt
beschenkte.  Ein  solche  Harinonie  zwischen  zwei  so  weit  von
enander  entfernten  Zeugen  koͤnnte  doch  unmöglich  Statt
haben,  wenn  sie  nicht  Wahrheit  zeugten!