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der  Sache  ist  doch  nicht  Absicht  der  Sache:  und  man
muß  von  keiner  Art  von  Menschen  mehr  fordern,  als
sie  nach  Zeit  und  Umstaͤnden  seyn  koͤnnen.  Jene  so  oft
mit  unbilliger  Heftigkeit  gebrandmarkte  Geistlichkeit  des
mittlern  Zeitalters,  welcher  man  ich  weiß  oft  selbst  nicht
was  für  weit  aussehende  politische  Absichten  beilegt,  konnte
sie  von  den  Rechten  der  Regenten  und  der  weltlichen  Machr,
von  dem  wahren  Verhältniße  ihres  Standes  zum  Staat  alle
jene  feinbestimmte  Begriffe  haben,  welche  bei  uns  erst  das
Resultar  einer  durch  vielen  Schaden  gelernten  Klugheit  sind?
Und  nebenher  sollte  man  immer  auch  die  Frage  nach  Zeit
und  Umstaͤnden  wohl  erwaͤgen,  ob  eben  dasjenige  Verhaͤltniß
zwischen  Staat  und  Kirche,  welches  jetzt  nach  den  richtigsten
  philosophischen  Spekulationen  festgesetzt  ist,  auch  jenem
ganz  verschiedenen  Menschenalter  angemessen  gewesen  wäre?
Doch  ich  verliere  mich  hier  zu  weit  von  meinem  Zweck.
Gewiß  ist  also,  daß  man  mit  der  Art,  wie  Herr  Runde
begreiflich  zu  machen  sucht,  warum  unter  den  Arianern  keine
Coneilien  gehalten  worden,  unzufrieden  zu  seyn  Ursache  hat:
aber  diese  Gründe  a  priori  sind  in  einer  historischen  Sache
ohnedieß  immer  mehr  erläuternde  als  beweisende  Gründe:
also  scheint  das  Wichtigste  seiner  Argumente  noch  übrig  zu
seyn.  Blick’  in  die  Geschichte  selbst,  wo  es  alsdann  ins
Auge  springt,  daß  Arianer  bei  weitem  keine  Concilien  gehalten
  haben  in  Vergleichung  mit  der  orthodorkatholischen
Kirche.  So  bald  letztere  in  einem  Staat  sich  ausbreitete,
so  war  auch  gleich  das  Zusammenlaufen  der  Bischöfe,  gleich
Synode,  gleich  Vermischung  der  geistlichen  und  weltlichen
Händel,  und  wie  sich  diese  Phänomene  alle  weiter  entwickelten.
  Die  Nationen,  deren  Geschichte  hier  zum  Beweis  dienen
  muß,  sind  Westgothen,  Ostgothen  und  Vandalen.