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g.  3.

Im  Jahr  472  breiteten  sich  die  Westgothen  unter  ihrem
Koͤnig  Eurich  in  Spanien  aus,  (s.  die  Rundische  Preisschrift
  S.  20.  §.  8)  sie  brachten  die  arianische  Lehre  mitr,
und  erst  580  trat  Reccared  mit.  seiner  Nation  feierlich  zur
orthodorkatholischen  Kirche  über.  In  dieser  ganzen  mehr
als  jahrhundertlangen  Reihe  von  Jahren  findet  sich  nur
eine  einzige  von  König  Leovigild  a.  581.  zu  Toledo  gchaltene
arianische  Synode.  Hingegen  von  den  katholischen,  die  doch
nicht  die  herrschende  Parthie  waren,  findet  man  in  eben
denjenigen  Ländern,  welche  der  Herrschaft  der  Westgothen
unterworfen  gewesen,  —  sieben  Concilien.  Also  ein  merkwürdiger
  Kontrast!  Die  herrschende  Kirche  hält  keine  Synoden,
  hingegen  bei  der  katholischen  scheint  es  recht  Grundmarime
  zu  seyn,  denn  sie  hält  sieben  Synoden,  bis  ihre
gegnerische  Kirche  nur  eine  Synode  hält,  und  ungeachtet
ihre  Religion  nicht  die  Religion  des  Regenten  ist,  und  also
wenig  Unterstützung  von  Hofe  oder  Nachsicht  erwarten  darf,
so  laufen  die  Vischöfe  doch  zusammen,  und  wissen  Erlaubniß
  vom  Regenten  für  ihre  Zusammenkünfte  zu  erhalten.

Ich  würde  diesen  historischen  Beweis  sehr  gerne  gelten
lassen,  wenn  ich  mir  folgende  Zweifel  dagegen  hinreichend
aufzuldsen  wüßte:

a)  Könnten  nicht  viele  und  wichtige  arianische  Syneden
  in  diesem  Zeitlauf  gehalten  worden  seyn,  und  doch  aus
hisiorischen  Umständen  begreiflich  gemacht  werden,  warum
von  kciner  derselben,  die  Leovigildische  ausgenommen,  das
Andenken  auf  uns  gekommen  ist?  Bekannt  ist,  mit  welch'
blindem  Eifer,  zum  unersetzlichen  Schaden  für  die  Geschichte,
die  katholische  Kirche  sehr  oft  jede  Spur  der  Nachrichten
von  Ketzern  und  ketzerischen  Kirchen  vertilgte.  Ein  katholie