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ensammlungen  steht;  hätte  also  Herr  Runde  ungefaͤhr  vor
zwanzig  Jahren  geschrleben,  so  würde  er  geradezu  mit  Verweisung
  auf  die  doch  sehr  vollständige  coletische  Sammlung
völlig  geläugnet  haben,  daß  in  dem  ganzen  Zeitraum,  da
die  Wesigothen  Arianer  waren,  irgend  eine  Spnode  von  den
Bischöfen  derselben  gehalten  worden  sey.  Herrn  Runde's
ganze  Art  hier  zu  schließen,  ist  eigentlich  a  silentio  scriptorum
  hergenommen;  denn  ein  positives  Zeugniß  hat  er
nicht  angeführt,  wo  ein  alter  Geschichtschreiber  die  Anmerkung
  selbst  gemacht  hätte,  daß  bei  den  Arianern  keine  Synoden
  gehalten  worden  seyen:  wie  höchst  ungewiß  ist  aber
nicht  besonders  bei  vorliegenden  Umständen  das  Argument
vom  Stillschweigen  der  Geschichtschreiber  und  vom  Mangel
der  Nachrichten;  in  einer  Geschichte,  wo  man  ohnedieß  so
wenige,  und  meistentheils  so  absichtlich  mangelhafte  Nachrichten
  hat?  Nicht  zu  gedenken,  wie  bei  weitem  nicht  sorgfältig
  und  kritisch  genug  auch  nur  das  wenige,  das  man
hat,  bearbeitet,  gesammelt  und  geläutert  worden  ist.

b)  Es  ist  wabr,  von  472  bis  580  waren  die  Westgothen
  als  Arianer  in  Spanien,  und  es  mag  meinctwegen
jetzt  einen  Augenblick  auch  zugegeben  werden,  daß  in  diesem
ganzen  Zeitraum  nur  eine  arianische  Synode  und  doch  sieben
  katholische  Synoden  gewesen  seyen:  wie  unbilltg  ist  es
dennoch,  eine  Parallele  zu  ziehen  und  hieraus  folgern  zu
wollen,  daß  Concilien  und  Concilienanstalten  nicht  ins  arie
anische,  sondern  allein  ins  katholische  Kirchensystem  verwebt
gewesen  seyen.  Man  mößte  vorher  die  Frage  zuverläßig
entscheiden:  wie  viel  waren  arianische  Bischöfe  im  Westgothischen
  Reich  in  Vergleichung  mit  den  katholischen  Bischdfen,
  die  darin  waren?  denn  unter  fünfzig  katholischen  Bischöfen
  können  freilich  mehr  als  noch  einmal  so  viele  Sy-