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Venit  puer  de  Clero  Treverorum,  nomine  Seobgisus,
  portans  in  brachio  suo  infantem,  tres  noctes
  habentem,  qui  fuit  conjactahus  in  illa  concha
marmoren  ante  ostium  ecclesise,  sicuti  est  conzuetudo
  Treverorum,  ut  pauperculae  feminse  infantes
  suos  soleant  jactare.  Haec  autem  erat  consuetudo
  illorum,  ut  duando  aliquis  homo-  ipsos
infantes  projecios,  quos  nutricerios  vocant,  ab
illis  matriculariis  S.  Petri  enumerare  videbantur,
Episcopo  ipsum  infantem  prsesentare  deberent,  et
Postes  Episcopi  aucloritas  ipsum  hominem  de  illo
nutricarlo  conlirmabat.
Der  Bischof  verlangt  von  dem  heil.  Goar,  er  soll  zum  Beweise
  seiner  Unschuld  den  Vater  dieses  gefundenen  Kindes
anzeigen.  Nicht  nur  das  thut  Goar,  sondern  er  macht  noch,
daß  das  dreikägige  Kind  den  Mund  selbst  öffnet,  und  mit
vernehmlicher  Stimme  nicht  nur  seine  Mutter,  sondern  auch
seinen  Herrn  Vater,  den  Bischof  selbst,  nennt.  Das  Mirakel
  selbst  ist  nun  freilich  die  handgreiflichste  Fabel,  aber
derjenige,  welcher  dasselbe  zuerst  schriftlich  verfaßte  oder
mündlich  ausbreitete,  muß  doch  die.  Sitten  und  Gewohnheiten
  der  Menschen,  denen  er  das  Mirakel  zuschreibt,  beobachtet
  haben,  oder  um  ganz  sicher  zu  schließen,  wenigstens  zu
den  Zeiten  des  Verfassers  dieser  Lebensbeschreibung  müssen
die  Gewohnheiten  allgemein  bekannt  gewesen  seyn,  die  er
bei  seiner  Erzählung  als  so  ganz  ungezweifelt  gewiß  voraussetzt.
  Nicht  so  gar  selten  ist  es  zwar,  daß  ein  Maler  sein
Troja  mit  Kanonen  beschießt:  aber  daraus  erhellt  alsdann
doch  so  viel  gewiß,  daß  es  zu  Zeiten  dieses  Malers  schon
Kanonen  gegeben  hat.

Der  heilige  Goar  lebte  ungefähr  bis  ins  Jabr  575.