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storisch  unerwiesen.  Der  Clerus  bat  freilich  den  Fortgang
in  den  Wissenschaften  gehindert:  aber  in  keinem  schlimmern
Sinne,  als  man  z.  B.  vom  Canzler  Wolf  mmit  dem  größten
Recht  auch  sagen  koͤnnte,  er  habe  den  Fortgang  der  Philosophie
  gehindert.  Es  ist  nehmlich  gemeine  Art  der  meisten
Lehrer,  daß  sie  nicht  gerne  sehem,  wenn  der  Schüler  auf  ihren
  Schultern  stehend  über  sie  binaus  schaur,  er  soll  gerade
nur  auf  den  Punkt,  nur  an  das  Ziel  hinsehen,  das  sie  ihm
gesteckt  haben,  nur  diejenige  Gattung  von  Wissenschaften
bearbeiten,  die  sie  sich  zum  Liebling  wählten.  Schwarze  Eifersucht
  mit  ihrem  ganzen  schrecklichen  Gefolge  mußte  sich
besonders  in  jenen  rohern  ungebildeten  Zeiten  noch  fürchterlicher
  dussern,  als  in  unserem  Jahrhundert;  und  weil  man
sich  nicht  schneller  helfen  konnte,  so  verwebte  man  alles  mit
der  Religion:  wer  Phildsophie,  wer  alte  einmal  beglaubigte
Geschichte  antastete,  wurde  als  verruchter  Religionsfeind
ausgeschrien:  aber  that  das  allein  der  Clerus  des  mittlern
Zeitalters?  So  wird  der  Lauf  der  Welt  bis  ans  Ende  der
Tage  bleiben,  jeder  wehrt  sich  seiner  Besitzungen  so  gut  er
kann,  der  eine  weiß  seine  Waffen  besser  zu  verbergen  als
der  andere,  im  Grund  ist  es  eine  Rolle,  die  gespielt  wird.
Zweitens.  An  dem  Mangel  des  Fortgangs  und  der  Ausbreitung
  der  Wissenschaften  war  eben  sowohl  eigene  Faulheit
der  Layen,  als  mutrhwillige  Verhinderung  des  Clerus  Schuld,
denn  sie  liebten  alle  den  Degen  vorzüglicher,  weil  von  Führung
  des  Degens  mehr  Vortheil  zu  hoffen  war,  und  ich  weis
nicht,  ob  man  völlig  beweisende  Beispiele  in  großer  Menge
finden  wird,  aus  welchen  erhelle,  daß  der  Clerus  dem  Lapen
die  Gelehrsamkeit  und  die  Häülfsmittel  zur  Gelehrsamkeit
wirklich  entzogen  habe.  Drittens.  Wer  anders  noch,
als  Geistlichkeit,  hat  im  mittlern  Zeitalter  für  Erziehungs,
Spittler's  sämmtl.  Werke  VIII.  Vd.  15