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Kardinal.  Es  ist  aber  dieses  offenbar  falsch,  denn  kein
anderer  Schriftsteller  sagt  uns  etwas  hievon.  Alberikus  meldet
noch  mehrere  widersprechende  Nachrichten  von  unserm  Gratian,
  z.  B.  er  habe  sein  Dekret  unter  dem  Papst  Alerander
dem  III.  ausgearbeitet;  ein  gewisser  Magister  Omnibonus
habe  ein  Buch  geschrieben,  welches  er  Omnebonum  genannt
  habe,  dieses  habe  Gratian  blos  vermehrt,  und
daraus  sey  «  scinDekketentstatxdcn...Albetikuöveki
wechselt  unsern  Gratian  mit  einem  andern  eben  dieses
Namens,  der  zu  Ende  des  XIlten  und  zu  Anfang  des
XIIIten  Jahrhunderts  Kardinal  war  *).  Wie  lange  Gratian
gelebt  habe,  und  ob  er  zu  Bologna  gestorben  sey,  ist  ungewiß.
  Man  zeigte  ehemals  in  dem  Kloster  des  H.  Felix
die  Zelle  des  Gratians;  aber  nachher  sind  an  dieser  Stelle
neue  Gebaͤude  aufgefuͤhrt  worden.  Bartholomaͤus,  Abt  dieses
Klosters,  stiftete  im  Jahr  1374,  an  einem  andern  Ort  dem
Gratian  ein  Denkmal  durch  eine  Aufschrift  auf  eine  marmorne
  Tafel,  die  jetzt  nirgends  mehr  zu  finden  ist.  Sie
soll  folgenden  Inhalts  seyn“*):

Hanc  aulae  partem,  lector  reverenter  adito.

Namque  loci  Monachus  Decretum  hic  condidit  hujus

Divinum  Gratianus  opus,  duanlumlibet  arcto

Contentus  septo,  quod  jam  repar#ando  caducum

Et  vetus  hoc  claustrum  tolli  fuit  inde  necesse.

Id  tamen  Abbate  et  construchum  est  Bartholomaeo

Mille  trecentis  decies  septem  atdque  quaternis

Annis  a  Christo  pura  de  virgine  nato.

“)  Just.  Henig.  Boehmer,  l.  c.  ¾  X.  not.  s.  Pattorini,  I.  c.
F.  I.  p.  268.  seq.
½#%  Faliorini  l.  c.