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nommen,  daß  sie  zu  Ende  des  13ten  Jahrhunderts  den
Jakob  Castellius,  Professor  des  kanonischen  Rechts,  an  den
Papst  Bonifacius  VIll.  schickten,  und  um  eine  neue  Dekretalen-Sammlung
  bitten  liessen  *).  Bouifacius  veranstaltete  sie
auch  sogleich,  und  schikte  sie  nach  Bologna.

Zu  Paris  behauptete  das  Dekret  sein  Ansehen  länger
als  zu  Bologna,  und  erst  im  Jahr  1234  wurde  es  durch
die  Dekretalen  =  Sammlung  Gregors  IX.  verdrängt,  der  in
einer  Bulle  die  Dekretalen-Sammlungen  den  Parisischen
Lehrern  nachdrücklich  empfahl  29).  Zu  Ende  des  XIV.  Jahrbunderts
  wurde  das  kanonische  Recht  vorzöüglich  stark  daselbst
  studiert.  Die  Ursache  davon  scheint  die  Residenz  der
Päpste  zu  Avignon  gewesen  zu  seyn:  Denn  wer  einmal,
sagt  Buläus,  Doktor  des  kanonischen  Rechts  war,  gieng
von  Paris  nach  Avignon,  wo  er  von  dem  Papst  zu  den
grdsten  Ehrenstellen,  und  einträglichsten  Aemrern  befördert
wurde  228).  Das  Dekret  wurde  also  auch  hier  gänzlich  durch
die  Dekretalen  verdrängt,  und  die  dasigen  Lehrer  hielten  gar
nicht  mehr  über  das  Dekret  Vorlesungen.  Die  Ursache  davon
  war  die  nemliche,  wie  zu  Bologna?#6).  Die  Dekretalen
  erhielten  auch  hier  einen  so  allgemeinen  Beifall,  daß
man  im  Jahr  1541,  300  Studenten  zu  Paris  zählte,  welche
die  Vorlesung  über  die  Dekretalen  besuchten  7).

Das  Parlament  sah  sich  endlich  im  Jahr  1553  ge-*)

  Fauorini  I.  c.  P.  I.  p.  259.

#%  Histoire  de  T’université  de  Paris  par  Mrs.  Crevieur  T.  I.
Liv.  II.  p.  376.  Caesar.  Eg.  Bulaeus,  Historia  Univers.
Parisiens.  T.  III.  p.  155.  seq.

)  Bulaeus,  I.  c.  T.  IV.  p.  888.  891.

½%%  t)  Bulaeus,  I.  c.  T.  VI.  p.  457.
1)  Bulaeus,  I.  c.  T.  VI.  p.  369  —375.