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ihnm  isi's  einzig  darum  zu  thun,  daß  bei  ordentlicher  Austheilung
  des  Kelchs  manche  verdriehliche  Fälle  vorkommen,  wo
das  Blut  des  Herrn  fast  unvermeilich  entweihr  werde.  Zwar
war  man  überhaupt  auch  in  Frankreich  und  Italien  wahrscheiulich
  durch  die  Berengariusischen  Streitigkeiten  auf  mancherlei
  Einfälle  gebracht  worden,  dem  Abendmahl  des  Herrn
recht  finnreiche  Ehrenbezeugungen  zu  erweisen  Aber  die  Päbste
verboten  sowohl  in  Privatschreiben  als  in  Synodalschlüssen
auch  nur  die  Intinktion,  und  befahlen,  daß  Brod  und  Wein
besonders  genossen  werden  soll  (I)).  An  den  Ausweg,  dem
Lapen  lieber  den  Kelch  ganz  hinweg  zu  nehmen,  scheint  hier
noch  Niemand  gedacht  zũ  haben.

Selbst  in  England,  zu  einer  so  gewöhnlichen  Sache  auch
Ernulpo  die  Intüktion  macht,  muß  sie  nun  doch  so  eben
kaum  erst  enestanden  seyn.  Deun  nur  zehn  Jahre,  ehe  Ernulph
  schrieb,  weiß  der  Erzbischof  von  Canterbury,  Anselm,
noch  gar  nichts  von  einer  solchen  Weise,  noch  viel  weniger
kennt  er  den  schönen  Einfall,  überhaupt  den  Gebrauch  des
Kelchs  nur  auf  die  Geißtllichkeir  einzuschränken  (E).

Wie  sich  doch  oft  bie  wichtigsie  Sache  innerhalb  dreißig
Jahren  ändern  kann!  Die  Menschen  kommen  gleichsam  wie
Träumende  dazu;  erst  nachdem  die  Veräuderung  schon  eine
geraume  Zeit  geschehen  ist,  schiagen  sie  die  Augen  auf,  und
wußten  nicht,  wie  ihnen  geschah.  In  den  ersten  zehn  Jahren
des  zwölften  Jahrbunderts  ist  es  in  England  noch  allgemeine
Gewohnheic,  bei  dem  oͤffentlichen  Gebrauch  des  Abendmahls
Wein  und  Brod  besonderé  zu  geniehen;  im  zweiten  Deccennium
ist  schon  Intinktion  sehr  gewöhnlich,  und  weil  man  mit  dieser
nicht  zufrieden  isi,  da  sie  dem  gesuchten  Endzweck  nicht  entspricht,
  so  versällt  man  im  dritten  Jahrzehnd  auf  die  Gewohnheit,
  auch  bei  dem  öffentlichen  Gebrauch  des  Abendmahls
  dem  Lapen  den  Kelch  zu  entziehen.