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mal  den  Kelch  triuken.  Wie  hatte  er  sich  nicht  zu  huͤten,
daß  nichts  an  der  Hand,  nichts  am  Mund  hängen  blieb!

So  stieg  auf  der  einen  Seite  Verehrung  des  Sakraments,
auf  der  andern  Seite  zeigt  sich  wenigstens  unter  dem  Volk
eine  große  Gleichgültigkeit  gegen  den  Genuß  desselben.  Die
Conilienschlüsse  können  um  diese  Zeit  die  Ermahnung  nicht
oft  genug  wiederholen,  daß  doch  jeder  wenigstens  dreimal  des
Fahrs  das  Abendmahl  genießen  solle.  An  manchen  Orten
war  man  froh,  wenn  man  es  nur  einmal  dahin  brachte.  Widerspruch
  war  also  nicht  sehr  zu  besorgen,  wenn  man  es  hie
und  da  wagte,  Veränderungen  einzuführen.  Veränderungen,
deren  Grund  eine  recht  hochgespannte  Religiosität  ist,  wenn
sie  anders  nicht  sehr  lästig  sind,  läßt  sich  ohnedieß  das  Volk
sehr  gerne  gefallen,  und  war  auch  durch  die  Art,  wie  gewöhnlich
  Kranke  communicirt  wurden,  schon  einige  Zeit  her  darauf
  vorbereitet.

Niemand  mußte  endlich  diese  Veränderung  erwünschter
ergreifen  und  kräftiger  befördern,  als  die  Scholastiker.  Diese
konnten  sich  gewöhnlich  nicht  helfen,  wenn  die  Frage  vorkam,
warrm  im  Abendmahl  Brod  und  Wein  empfangen  werden
müßten,  da  doch  unter  jedem  dieser  beiden  der  ganze  Christus
enthalten  sey.  Sie  warfen  sich  in  den  verschiedensten  Hypothesen
  herum,  und  fühlten  doch  zu  sehr  das  unzulängliche
derselben,  daß  ihnen  nicht  der  Reiz  unwiderstehlich  haͤtte  seyn
sollen,  die  Einsetzung  Ehristi  etwas  passender  auf  ihre  Dogmatik
  zu  machen.  Noch  kam  hinzu,  daß  sich  der  Klerus
durch  die  entscheidendsten  Siege  in  der  Investitursache  von
dem  stärksten  Bande  der  Subordination  kaum  vorher  losgerissen
  hatte.  Jetzt  fühlte  er  sich  eine  beträchtliche  Stufe  über
den  Lapen  erhöht,  und  so  klug  war  man  wohl,  wenn  man
dem  Layen  etwas  entzichen  wollte,  nicht  bei  den  Großen  anzufangen,
  sondern  erst  das  Volk  daran  zu  gewöhnen,  das  sich,