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immer  das  Wichtigste.  Es  sey  also  loͤbliche  Klugheit  einiger
Kirchen,  bei  der  an  Alter  und  Einsicht  so  verschiedenen  Menge
der  Gläubigen,  den  Layen  gar  keinen  Kelch  zu  geben.

Wenn  diese  Stelle  nur  in  einem  andern  Schriftstellr,
nur  in  einer  andern  Schrift  des  doctoris  angelici  gestanden
wäre,  so  hätte  sie  wahrscheinlich  keinen  Schaden  gethan.  Robert
  Pulleyn,  in  so  außerordentlich  großem  Ansehen  er  auch
war,  brachte  doch  die  neue  Gewohnheit  nicht  sehr  empor;
denn  Petrus  Lombardus  war  der  gangbarere  Schriftsteller,
und  blieb  noch  in  den  Händen  der  jungen  Theologen,  da  Pullepn
  längst  wieder  vergessen  war.  Aber  nach  Petrus  Lombardus
  wurde  keiner  so  verkommentirt  und  verglossirt  und
zum  kanonischen  Handbuche  der  Theologie  gemacht  als  Thomas
  Summe.  Die  Autorirät  derselben  stieg  sogar  noch  höher
als  die  Autorität  des  Lombard's,  denn  Lombardus  war  kein
Ordensmamn,  hingegen  bei  Thomas  lag  dem  ganzen  Dominikaherorden
  daran,  ihren  Herrn  und  Meister  immer  in  Ehren
zu  erhalten.  Und  zum  Unglück  erklärte  sich  das  zweite  Hrakel
  dieses  Jeitalters,  dessen  Aussprüche  sonst  dem  Thomas  so
oft  entgegen  waren,  hier  noch  viel  positiver  für  die  Communion
  unter  einer  Gestalt.

Bonaventura,  der  Held  des  Franciskanerordens,  geht  dadurch
  einen  merklichen  Schritt  weiter  als  Thomas,  daß  er
glaubt,  die  Wirkung  des  Sakraments  unter  einr  Gestalt
sey  ganz  eben  dieselbe,  als  bei  dem  Genuß  unter  beiden  Gestalten,
  und  fast  räth  er  geradehin,  man  soll  dem  Lapen  den
Kelch  nicht  geben,  weil  sonst  leicht  die  Ketzerei  einreißen  könnte,
daß  man  glaube,  nicht  unter  jeder  einzelnen  Gestalt  sey  der
ganze  Christus  enthalten.  Es  ist  in  der  That  sonderbar,  und
es  machr  von  der  sonst  so  belobten  christlichen  Kirche  der  ersten
  Jahrhunderte  gar  keinen  guten  Begriff,  daß  man  erst  zu
Thomas  und  Bonaventura  Zeiten  so  klug  geworden  ist,  die