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Gefahr  einzusehen,  welche  mit,  dem  allgemeinen  Genuß  beider
  Gestalten  verbunden  sey.  Die  Alten  hätten  es  um  so  eher
einsehen  sollen,  da  bei  ihnen  die  Anzahl  der  Communikanten
gewöhnlich  sogar  viel  grötzer,  die  Communionen  sogar  viel
bäufiger  waren.  Thomas  thut  sehr  ängstlich,  wie  es  wohl
mit  dem  Kelch  zu  machen  sey,  wenn  man  eine  ganze  große
Gemeine  zu  kommnuniciren  habe,  es  gebe  ja  keinen  so  großen
Kelch,  und  das  Hin=  und  Herschütten  aus  der  Kanne  in  den
Kelch  wäre  bei  dem  verwandelten  Wein  unbeschreiblich  gefährlich
  gewesen.  Die  guten  Alten,  wie  haben  denn  wohl  diese
sich  geholsen?  Warum  sah  doch  der  rmische  Bischof,  dem  es
ja  seit  des  heiligen  Peter's  Zeiten  aufgetragen  ist,  über  dem
Wohl  der  Kirche  zu  wachen,  so  gar  lange  gleichgültig  zu,  da
besonders  in  ältern  Zeiten  täglich  die  schrecklichste  Entweihung
der  beiligsten  Sache  zu  befürchten  war?  Warum  überläßt  es
die  Sorgfalt  des  heiligen  Vaters  bloß  dem  zufaͤlligen  Fortkommen
  einer  sehr  zufällig  aufgekommenen  Gewohnheit,
ob  noch  fernerhin  das  Sakrament  des  Leibes  und  Bluts
Christi  entheiligt  werde?  Warum  begünstigt  er  nicht  einmal
diese  zufällig  aufgekommene  Gewohnheit?  Doch  man  muß
nicht  mit  allzu  vielen  Fragen  beschwerlich  fallen.

§.  10.

Nun  sich  die  zwei  Häupter  der  damals  ausgebreitetsten
Orden  für  die  neue  Gewohnheit  erklärt  haben,  nun  ist  es  gewiß
  nicht  unerwartet,  wenn  bald  die  vorzüglichsten  Kirchen
der  blühendsten  europäischen  Reiche,  wo  die  großen  und  kleinen
  Brüder  herum  terminirten,  dieselbe  annehmen  mußten.
Die  Bettelmönche,  und  besonders  die  Franciskaner  und  Dominikaner,
  waren  vom  Pabste  gleichsam  zu  Parochis  Ecclesiounivers
  gemacht  worden;  sie  blieben  gewöhnlich  nicht  so  genau
  bei  der  Bibel,  wie  bei  den  heiligen  Worten  ihres  Thomas