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diesen  zu  seiner  Jeit  und  nach  einer  Ordnung  zum  Genuß
beider  Gestalten  hätte  gelangen  können?  Selbst  die  größere
Anzahl  der  Layen  konnte  wenigstens  bei  diesem  Cisiercicnser=Statut
  keine  schickliche  Entschuldigung  seyn;  denn  sollten  wohl
in  manchem  Kloster  mehrere  Layenbrüder  gewesen  seyn,  als
ordinirte  Mönche?  Der  arme  Laye,  dem  es  auch  bei  der  heiligsten
  Sache  so  handgreiflich  gemacht  wurde,  daß  er  Geschdpf
schlechterer  Art  sey,  als  der  Klerikus.  Welche  jämmerliche
Rolle  spielt  aber  nicht  bei  diesem  allem  der  romische  Bischof!
Ohne  ihn  zu  fragen,  gerade  gegen  eine  seiner  deutlichsten  Erklärungen,
  wird  die  neue  Gewohnheit,  welche  so  wichtige  dogmatische
  Veränderungen  nach  sich  ziehen  mußte,  in  den  Kirchen
  eingeführt,  in  Lebrbüchern  empfohlen,  durch  Gesetze  sogar
zur  Verpflichtung  gemacht.  Und  dieser  Trotz  oder  diese  Meisterlosigkeit
  wird  ihm  gerade  von  denjenigen  erwiesen,  die  er
als  seine  Lieblingssöhne  in  seinem  besondersien  Schutz  hatte.
Ungefähr  fast  eben  so,  wie  es  in  der  Geschichte  der  Lehre  von
der  Transsubstantiation  gieng.  Wie  hat  sich  nicht  Gregor  VII.
noch  als  Hildebrand,  und  wieder  auch,  da  er  schon  Gregor
war,  so  künstlich  gewunden,  dem  armen  Berengar  durchzuhelfen?
  Wie?  war  es  bloß  Furcht,  selbst  verketzert  zu  werden,
die  ihn  endlich  bewog,  den  verfolgten  zu  einer  dritten  bestimmten
  Glaubeneformel  zu  nöthigen  ?)2  Fast  durch  die  ganze
Geschichte  der  Dogmatik  hindurch  ist  der  Pabst  Sclave  und
nicht  Herr,  meisiens  mehr  in's  Interesse  einer  gewissen  Parthic
  gezogen,  als  cigener  Urheber  und  Stifter  derselben.

Ein  Glück  war  es  für  die  Freiheit  der  Kirche,  und  ein
herrliches  Mittel,  der  Welt  manchmal  noch  einige  Jahre  die
Wahrheit  zu  erhalten,  daß  selten  alle  Orden  sogleich  in  einen

*)  Csl.  Lessings  Berengarius  Turonensis.  Braunschweig.  1770.  4.