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her  wird  der  Prediger  gestraft,  der  dem  Layen  den  Kelch  reichen
  will.

g.  17.

Kaum  zwanzig  Jahre  nach  diesem  Vorfall  erscheint  Johannes
  Huß,  predigt  mit  Eifer  gegen  manche  Mißbräuche  des
Pabstthums,  schont  besonders  der  Geistlichkeit  und  ihres  Stolzes
  nicht,  redet  mit  dem  Bewußtseyn  der  Wahrheit,  und  kann
um  so  unerschrockener  sprechen,  da  sein  Einfluß  bei  Hof  sehr
stark,  und  sein  Ausehen  auf  der  Universitaͤt  sehr  groß  war.
Aber  die  Wahrheit  war  jetzt  schon  so  sehr  verloren,  daß  sie
selbst  der  Mann  nicht  mehr  fand,  welchen  Eifer  und  Interesse
dazu  antrieb,  sie  unermuͤdet  zu  suchen.  Gleich  vier  Jahre
nach  dem  feierlichen  Widerruf  des  Matthias,  der  doch  Aufsehen
  gemacht  haben  mag,  weil  er  auf  einer  Synode  geschah,
wurde  Huß  zu  Prag  Baccalaureus,  und  im  Jahr  1400  ist  er
schon  Dekau  der  tbeologischen  Fakultaͤt  daselbst.  Und  doch
macht  den  redlichen  Wahrheitsfreund  nichts  argwöhnisch  gegen
die  Gewohaheit  der  Kirche,  denn  damals  war  es  immer  nur
noch  Gewohnhceit,  weil  die  Communion  unter  einer  Gestalt
weder  durch  einc  päbsiliche  Entscheidung  noch  durch  einen  Synodalschlutz
  zum  Kirchengesetz  gemacht  worden  war.  Furcht
vor  Ketzerei  haͤtte  ihn  also  nicht  zurück  halten  können,  wenn
ja  diese  Furcht  in  Hussens  Seele  kam.  Es  war  Mangcl  der
Einsicht,  was  ihm  hier  hinderlich  wurde.  Sein  Fäührer  Wiklif
  verlich  ihn  hier,  denn  auch  dicesem  war  der  Gedanke  nicht
beigefallen,  daß  die  Rechee  des  Volks  im  Abendmahl  eben  so
verwegen  nnterdrückr  worden  seyen,,  als  durch  Entziehung  der
beiligen  Schrift.  Fast  ciu  halbes  Jahrhundert  früher  verlor
lich  die  Wahrheic  in  Euglaud  als  in  Böhmen,  und  ungeachtet
  Willif  ein  so  vicl  cutschlossenerer  Manu  war  als  Huß,
so  viel  au  gchreicetere  Eiusichten  batte  als  dieser.  die  kirch-