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Mißlingen  den  allgemeinen  Zustand  der  Kirche  immer  verschlimmerte,
  das  war  damals  endlich  zur  Freude  aller  Gutdenkenden
  zu  Srande  gekommen.  Zu  Cosiniz  war  den  5.  Nov.
4444  eine  Synode  eröffnet  worden,  von  deren  ganzer  Einrichtung
  *)  sich  erwarten  ließ,  daß  die  so  lange  gewünschte
Reformation  an  Haupt  und  Gliedern  ausgeführt,  und  so
mancher  bisher  gewaltsam  erstickte  Seufzer  erhört  werden  könne,
Unter  einer  so  großen  Menge  von  Bischdfen  und  Doktoren,
  als  sich  hier  aus  Frankreich,  Deurschland,  Italien,
England  und  Spanien  versammelt  hatten,  war  doch  auch
eine  beträchtliche  Anzahl  zu  vermuthen,  welche  eine  so  offen
daliegende  Wahrheir,  als  die  Meinung  des  Jakobellus  war,
nicht  mißkennen  würden.  Der  fromme  Gerson  glänzte  als
einer  der  ersten  Männer  auf  dieser  Versammlung;  durch  seinen
  Rath  und  durch  seine  Entscheidung  wurden  die  wichtigsten
  Verfügungen  der  Synode  bewirkt.  Für  Hussen  war
zwar  daher  nicht  viel  Gutes  zu  hoffen,  denn  Gerson  war  ein
Nominaliste  und  haßte  den  Realisten  Huß  mit  einem  Eifer,
der  gerade  durch  seine  Frömmigkeit  nur  verstärkt  wurde.  Aber
war  es  nicht  wahrscheinlich,  daß,  wenn  auch  Huß  sterben
müßte,  daß  man  den  Böhmen,  ihren  Unwillen  zu  besänftigen,
um  so  williger  in  einer  Sache  nachgeben  werde,  welche  ohnedieß
  noch  durch  kein  Kirchengesetz  entschieden  war?

K.  21.

Schluß  der  Costnizer  Synode,  welche  den  15.  Juni  4445
in  der  dreizehnten  Session  obgefaßt  wurde  (AAA):

*“)  Die  glückliche  Verschledenheit  der  Einrichtung  der  Costnizischen
Synode  verglichen  mit  der  Einrichkung  der  vorhergehenden  und
nachfolgenden  Synoden,  s.  in  Walch's  Geschichte  der  Concilien.
S.  810.  811.