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der  Pabst  oder  eine  ökumenische  Spnode:  so  war  mit  der
ganzen  Entscheidung,  daß  die  Kirche  den  Genuß  unter  einer
Gestalt  erlauben  könne,  alles  ins  Ungewisse  hineingeworfen.
Wer  ist  denn  also  die  Kirche,  an  welche  ich  mich  zu  wenden
habe?  Ist's  Dispensationsartikel  für  den  Pabst,  oder  nur  für
eine  ökumenische  Synode?  Die  Baselschen  Väter  werden  wohl
den  erstern  unter  dem  Namen  Kirche  nicht  gemeinr  haben;
aber  wird  man  immer  sogleich  wieder  eine  dkumenische  Synode
  zusammenbringen,  bloß  um  in  solchen  Fällen  zu  dispensiren?


g.  26.

So  schwankend  und  zweideutig  dieses  Dekret  der  Baselischen
  Vaͤter  war,  so  hielt  sich  doch  die  Synode  viel  vernuͤnftiger,
  als  die  Doktoren  und  Scholastiker  dieses  Zeitalters.  Es
ist  ein  trauriger  Anublick,  wie  sich  die  Gründe  für  Communion
unter  einer  Gestalt  so  gewaltig  vermehrt  haben,  sobald  Widerspruch
  entstand;  wie  man  den  bestrittenen  Satz  sogleich  in
alle  Theile  des  Systems  zu  verflechten  suchte,  um  demselben
ein  Gewicht  zu  verschaffen,  und  wie  man  von  einer  Behauptung
  zur  andern  fortschritt,  bis  man  sich  endlich  dahin  verlor,
  zu  behaupten,  es  sey  gegen  Christi  eigene  Einsetzung,  das
Abendmahl  unter  beiden  Gestalten  zu  halten.  Weil  nur  ein
Gott  sey,  so  gelte  auch  nur  eine  Gestalt  im  Abendmahl  0).

Wie  die  Gewohnheit  aufkam,  Lapen  den  Kelch  zu  entziehen,
  so  sprach  man  bloh  von  nothwendiger  Sorgfalt,  daß
kein  Tropfen  des  heiligen  Weins  verloren  gehe;  man  brauchte
die  Lehre  von  der  Concomitanz  als  Emschuldigung  der  neuangenommenen
  Sitte,  nicht  als  Rechtsgrund,  daß  die  neue

o)  Diesen  Beweis  führten  Einige  in  Sachsen  zur  Zeit  der  Reformation.
  S.  Seckendorf  hist.  Luther.  L.  III.  fol.  71.