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Krönung?),  auch  der  Kaiser  empfieng  ihn  selbst  aus  der
Hand  des  Pabstes  ?8).  Im  Kloster  Clugny  that  man  es  gewöhnlich
  nicht  anders,  als  daß  außer  dem  Messe  baltenden
Priester  auch  der  Diakonus  und  Subdiakonus  und  die  awet
Assistenten  den  Kelch  empfiengen.

Noch  ehe  Luther  und  Zwingel  mit  aufgellͤrtern  Einsi  hien
und  mit  glücklicherem  Erfolg  als  Huß  die  Mißbraͤuche  der
roͤmischen  Kirche  angriffen,  so  ließ  sich  noch  hie  und  da  eine
einzelne  Stimme  eines  Patrioten,  ein  lauter  Seufzer  eines
unerschrockenen  Mannes  hören,  der  über  die  Verstummelung
des  Abendmahls  bitterlich  klagte  255).  Aber  solcher  Elegien  einzelner
  Mißvergnügten  war  man  schon  zu  sehr  gewohnt,  als  daß
man  sehr  darauf  geachtet  haͤtte  und  wenn  das  Klagen  zu
laut  wurde,  so  wachte  die  Inquisition.  Es  war  eine  Erschütterung
  nothwendig,  wie  diejenige,  welche  Luther's  standhafter
Muth  wagte,  um  die  Menschen  aus  einem  tiefen  Schlaf  zu
wecken,  in  welchen  sie  nun  so  versunken  waren,  daß  sie  das,
was  Befehl  Christi  war,  für  unerlaubt  hielten.

.  34.

Man  muß  sehr  begierig  seyn,  zu  sehen,  wie  sich  unsre
Reformatoren  bei  Abstellung  dieses  Mißbrauchs  betrugen,  und

*)  Aus  den  Verhandlungen  der  Krientschen  Synode  sieht  man,
daß  der’  König  von  Frankreich  dieses  Vorrecht  bis  in  die  Mitte
bes  sechszehnten  Jahrhunderts  ganz  ungehindert  genoß.

*#)  Kaiser  Friedrich  III.  scheint  der  erste  gewesen  zu  seyn,  der  den
Kelch  auch  aus  der  Hand  des  Pabstes  nicht  empfieng.  S.  das
Zeugniß  des  Augustin  Patricius,  eines  Augenzeugen,  bei  Mabillon
  in  Commen#ar,  in  Ordinem  Romanum.  Mus.  Lal.  Tom.
II.  pag.  63.

##)  S.  die  schon  oben  angeführten  Johann  de  Vesalia  und  Hieron.
Savanarolg  bei  Flacius  in  Catal.  test.  verit.  p.  360  und  365.