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„einer  oder  gar  keiner,  und  mit  nichten  beider  brauchen,  und
„alle  die  verfluchen,  so  aus  Gewalt  desselben  Concilii  und
„seines  Befehls  beiderlei  Gestalt  brauchen  wuͤrden.“

g.  32.

In  der  Augsburgischen  Confession,  im  ersten  Artikel  der
Mißbraͤuche,  erklaͤren  sich  unsere  Reformatoren  ganz  entscheidend
  fuͤr  Communion  unter  beiden  Gestalten,  sie  fuͤhlten  den
Unterschied  wohl,  was  es  heiße,  in  Privatschriften  nachgeben,
oder  oͤffentlich  aufgefordert  ein  Bekenntniß  dessen  abzulegen,
was  man  fuͤr  Wahrheit  halte.  Bei  den  irenischen  Versuchen,
welche  noch  auf  eben  diesem  Augsburger  Reichstage  gemacht
wurden,  wollten  die  Vertheidiger  der  katholischen  Lehrsätze  den
Genuß  des  Kelchs  einräumen,  aber  die  Reformatoren  sollten
auch  den  Genuß  unter  einer  Gestalt  als  rechtmäßig  erkennen.
Kalt  und  warm  aus  einem  Munde,  Freunde,  das  taugt
nicht,  sprach  D.  Luther  ?);  man  verwarf  die  angeborenen
Friedensbedingungen.

Bugenhagen  fieng,  wie  es  scheint,  zuerst  an,  in  einem
härtern  Ton  zu  sprechen.  Er  ließ  1555  ein  Buch  zu  Wittenberg
  wider  die  Kelchdiebe  drucken.  Schon  der  Titel  verräth
  den  seurigen  Polemiker,  und  der  Inhalt  der  Schrift  entspricht
  dem  Titel.  Luther  wurde  gleichsam  mit  Gewalt  hineingezogen,
  etwas  mehr  in  Bugenhagens  Ton  zu  sprechen.
Herzog  Georg  von  Sachsen,  dieser  unversbhnliche  Feind  der
Resormation,  gab  seinen  katholischen  Geistlichen  Befehl,  allen
denen,  welche  das  Abendmahl  bei  ihnen  empfangen  würden,
einen  Zettel  zu  geben,  der  hierauf  an  die  Obrigkeit  ausgeliefert
  werden  sollte.  Wer  keinen  Zettel  hatte,  verrieth  sich  alsdann
  eben  dadurch  als  einen  Dissenter,  weil  er  das  Abend-3)

  Sleidan,  Comment.  L.  IX.  pag.  235.