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der  Pabst  fürchtete,  schien  manchen  Wuͤnschen  der  Freunde
der  neuen  Lehre  entsprechen  zu  können.  Kaum  ein  paar  Monate
  vor  Luther's  Tode  wurde  endlich  zu  Trieut  die  Versammlung
  eröffnet,  welche  den  Riß  zwischen  der  alten  und  neuen
Kirche  ewig  unheilbar  machte.  Ehe  wir  ihrer  Geschichte  gedenken,
  werfen  wir  nur  einen  Blick  auf  die  Schicksale  des
Kelchs  in  England,  weil  hier  die  Resormation  ihren  so  ganz
eigenen  Gang  nahm.

g.  36.

König  Heinrich  von  England  behandelte  die  Gewissen
seiner  Unterthanen  nicht  viel  schonender  als  seine  Gemahlinnen.
  Deu  Pabst  zu  Rom  wollte  er  nicht  mehr  erkennen,
weil  ihn  derselbe  bei  der  gesuchten  Ehescheidung  von  der  Base
Kaiser  Karl's  des  V.  mit  beständigem  Verzug  neckte:  er  erklaͤrte
  si  ch  also  selbst  zum  Pabst  der  englischen  Kirche,  und
fast  nirgends  hielt  er  mit  groͤßerem  Eifer  uͤber  den  Lehrartikeln
des  alten  Glaubens,  als  in  dem  Punkt  der  Sakramente.  Es
waͤre  ja  Schande  gewesen,  hievon  abzugehen,  da  er  sich  durch
einen  gelehrten  Traktat  von  den  sieben  Sakramenten  ehemals
so  vielen  Ruhm  und  eine  Vermehrung  seines  Titels  erworben
hatte.  Ueber  der  Communion  unter  einer  Gestalt  hielt  er  also
fast  eben  so  streng,  als  über  der  Lehre  von  der  Verwandlung.
Einige  Agenten  deutscher  protestantischer  Fürsten  zu  London
suchten  ihn  durch  ein  eigenes  Schreiben  auf  bessere  Gedanken
zu  leiten  5),  aber  ein  so  gelehrter  König  war  schwer  zu  überzeugen;
  er  verbot  im  Jahr  1559,  bei  schwerer  Strafe  zu

)Sowohl  das  Schreiben  der  Gesandten  als  die  Ankwork  des  Königs
  findet  sich  unter  den  Zugaben  der  Burnetischen  Reformationshistorie
  (London.  1679.  fol.)  P.  I.  pag.  332  eic.  und
pag.  347  eic.

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