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2)  Ob  die  Kirche  rechtmaͤßige  Ursache  gehabt,  die  Gewohnheit
  einzufuͤhren,  daß  die  Layen  die  Communion  nur
unter  einerlei  Gestalt  empfiengen,  oder  ob  sie  hierin  geirrt.

5)  Ob  man  Jesum  unter  einer  einzigen  Gestalt  ganz  und
eben  dieselbe  Gnade  empfienge,  als  unter  beiden  Gestalten.

4)  Ob  die  Gründe,  welche  die  Kirche  besiimmt  bätten,  den
Layen  die  Communion  nur  unter  einer  Gestalt  zu  reichen,
  dieselbe  auch  bewogen,  Niemanden  den  Kelch  zu
bewilligen.

5)  Unter  was  für  Bedingungen  man  einigen  den  Kelch
bewilligen  könnc,  gesetzt,  daß  rechtmäßige  Ursachen  dazu
vorhanden  wären.

Sarpi  führt  mit  mitleidsvollem  Lächeln  über  die  Unwissenheit
  der  Trientschen  Theologen  die  ganze  Reihe  von
Gründen  an,  welche  bei  Untersuchung  der  ersien  Frage  von
Communion  unter  einer  Gestalt  aufgetrieben  wurden  2).  Drei
und  sechszig  Theologen  stimmten  alle  überein,  daß  der  Gebrauch
  des  Kelchs  weder  nothwendig  noch  befohlen  sep.  Der
größte  Theil  ergriff  sogar  solche  Beweisgründe,  nach  welchen
es  ein  göttliches  Gebot  gewesen  wäre,  den  Layen  den  Kelch
zu  entziehen,  nur  zwei  kaiserliche  Theologen  wünschten,  daß
die  ganze  Frage  übergangen  würde,  daß  man  die  Costnizische
Eutscheidung  als  bekannt  voraussetzen  möchte.  Eben  so  gieng's
mit  Untersuchung  der  zweiten  Frage.  Gersons  Gründe  wurden
  alle  wieder  bervorgesucht,  so  wenig  man  auch  bei  manchen
  derselben  das  Lachen  verbeißen  konnte.  Am  Ende  hieß
es  wieder,  in  allem  wie  auf  der  Costnizer  Synode.  Die
Srreitigkeiten,  welche  wegen  der  dritten  Frage  emstunden,

»)  Sarpi,  IV.  Theil,  S.  371  re.,  dessen  Erzählung  äberhaupt  bei
diesem  ganzen  Abschnitt  zum  Grunde  liegt.