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find  für  uns  hier  gleichgöltig.  Aber  wie  man  auf  die  vierte
und  fuͤnfte  Frage  kam,  so  waren  die  spanischen  Theologen,
und  alle,  welche  von  Spanien  abhiengen,  die  ungestümsten,
das  einmal  angenommene  Kelchverbot  zu  behaupten.  Es
scheint  bloß  Eifer  für  Orthodorie,  viellcicht  zum  Theil  Neid
gewesen  zu  seyn,  andern  Nationen  auch  nicht  gestatten  zu
woilen,  was  sie  selbst  gar  nicht  begehrt  hatten.  Sie  klagten
über  den  Ungehorsam  der  Deutschen,  und  über  die  ewigen
Forderungen  derselben,  da  ein  Wunsch  immer  den  andern  nach
sich  zoöge.  Die  kaiserlichen  und  französischen  Gesandten  sprachen
  mit  allem  Nachdruck,  um  ihren  Kirechen  ein  so  sehnlich
gewünschtes  Recht  zu  verschaffen.  Auch  der  baierische  Gesandte,
  Augusiin  Baumgärtner,  drang  gleich  in  seiner  ersten
Rede  mit  oller  Freimüthigkeit  eines  Deutschen  auf  Nothwendigkeit
  der  Gestattung  des  Kelchs.  Die  allgemeine  Sehnsuchr,
die  Gefahr  der  katholischen  Kirche,  das  Beispiel  Paulus  III.
wurden  auf  das  dringendste  vorgestellt;  man  legte  es  den
päbstlichen  Legaten  auf  das  Gewissen,  in  Sachen,  welche  sich
auf  göttliche  Verordnungen  gründeten,  nicht  eigensinnig  zu
widerstreben.  Allein  der  heilige  Geist,  der  die  Synodaldekrete
bestimmte,  war  zu  Rom,  und  ihm  däuchte  nicht  gut,  was
diese  drei  Gesandten  im  Namen  ihrer  Herren  erklärt  hatten.
Den  16.  Julius  wurde  die  21.  Session  gehalten,  worin  man
das  Dekret  über  den  Gebrauch  des  Kelchs  verlas.  Gewöhnlich
  mußte  jede  Session  mit  einer  Predigt  erdffnet  werden,
und  die  Predigt  selbst  war  meistens  eine  vorläufige  homiletische
  Empfeblung  dessen,  was  als  Dekret  der  Synode  publicirt
  werden  sollte.  Diesmal  schien  der  Bischof,  der  als  Prediger
  auftrat,  vor  der  ganzen  Versammlung  noch  einmal  seine
Häude  waschen  zu  wollen,  daß  er  unschuldig  sey  an  allen
demjenigen,  was  man  sogleich  verlesen  werde.  Er  sprach
recht  angelegentlich  für  die  Gestattung  des  Kelchs,  und  die