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Abendmahl  auch  so  halten  dürfte,  wie  es  Jesus  Christus  eingesetzt,
  und  die  erste  Kirche  gehalten  hatte.  Er  glaubt  es  der
Kirche,  als  ein  frommer  katholischer  Christ,  daß  auch  unter
dem  Brod  der  ganze  Christus  enthalten  sey,  daß  ihm  durch
Entziehung  des  Kelchs  keine  zur  Seligkeit  nothwendige  Gnade
entzogen  werde:  aber  für  unndthige  Gnade  kann  er  doch  diejenige
  nicht  halten,  welche  der  Metzpriester  beim  Genusse  des
Kelchs  empfängt;  Gott  gibt  ja  nichts  unnbthiges;  in  demüthiger
  Einfalt  fühlt  er  sich  verglichen  mit  seinem  Priester
immer  als  den  Schwächern,  immer  als  den  Bedürftigern  nach
Gnade,  und  doch  hat  ihm  die  Kirche  ein  Mittel  entzogen,
das  sie  jenem  minder  Bedürftigen  allein  zusprach.  Ich  kann
mir  keinen  heilig  rührendern  Anblick  vorstellen,  als  die  kämpfende
  Seele  eines  Sarpi  oder  Pascal,  die  tansend  Fehler  und
Mängel  in  der  Religionsgesellschaft  sehen,  unter  welcher  sie
geboren  sind,  aber  sich  zu  dulden  und  zu  leiden  entschlossen
haben,  weil  sie  (richtig  oder  unrichtig  7)  vermuthen,  selbst  noch
in  der  Lage  mehr  Gutes  stisten  zu  können,  als  wenn  sie  feierlich
  abtreten  würden,  weil  sie  sich  eine  Menge  Verfeinerungen
erdacht  haben,  wohurch  sie  den  Worten  und  den  Gebräuchen
der  angenommenen  Kirchenorthodorie  einen  erträglichern  Sinn
zu  unterschieben  sutben.  Mit  welchen  Empfindungen  ein  solcher
  Mann  nach  halb  genossenem  Abendmahl  von  dem  Altar
binweggehen  muß,  wenn  es  ihm  auf  das  Hexz  schießt:  hätten
  doch  nur  zwölf  Costnizische  Canonisten  und  Theologen
etwas  bedachtsamer  und  unbefangener  gesprochen,  so  wäre  er
und  die  ganze  katholische  Christenheit  mit  unzähligen  der  quälendsten
  Zweifel  und  ewig  versagter  Wünsche  verschont  geblieben.
  Wenn  alles  durch  Verjährung  soll  verloren  gehen  knnen
—  o  nur  nicht  das  edelste  Kleinod,  das  Recht  mit  eigenen
Augen  zu  sehen,  und  seines  Glaubens  zu  leben.