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Gemeinen  und  Kirchen  entwirft,  und  erst  als  letzte  Frage
bei  dieser  Schilderung  aufgiebt:  welche  Beschaffenheit  hatte  es
mit  der  Publicitaͤt  der  Bücher  des  Neuen  Testaments?

Ein  solches  Bild  zu  entwerfen,  ist  gewiß  der  bekannte  Brief
des  Plinius  (X.  97)  eine  der  brauchbarsten  Urkunden,  deren
Authentie  nicht  bezweifelt  werden  kann,  und  die  eben  so  wenig
einer  Interpolation  oder  Corruption  beschuldigt  werden  wird.
Diese  Relation  des  Gouverneurs  einer  kleinasiatischen  Provinz,
dem  die  Sache  der  Christen  und  besonders  die  Beschaffenheit  ihrer
Zusammenkünfte  eine  rechte  Angelegenheit  war,  enthält  auch
nicht  Eine  der  gewöhnlichen  Unrichtigkeiten,  von  welchen  sonst
die  nichtchristlichen  Nachrichten  dieser  Zeit  nicht  wenig  entstellt
sind.  Er  sieht  die  Christen  gar  nicht  bloß  als  eine  jüdische
Sebte  an,  er  bürbet  ihnen  nichts  Bößes  auf,  er  schildert  den
ganzen  Justand  genau  so,  wie  wir  denselben  aus  Zusammenstellung
  der  übrigen  sichersten  Nachrichten  und  aus  der  Analogie
  anderer,  unter  dem  Druck  allmählig  sich  hebender,  religiöser
  Gesellschaften  vermuthen  müssen,  gedenkt  aber  mit  keis
nem  Wort  einiger  heiligen  Bücher,  die  in  den  Versammlungen
vorgelesen  worden  seyen,  oder  die  ihm  soust  bei  seiner  Untersuchung
  als  Hauptaktenstücke  vorgekommen  wären,  denn  schwerlich
  wäre  es  hier  richtig,  unter  den  Worten:  „carmen  Christo
duasi  Deo  sccum  invicem  Gicunt,“  Vorlesung  der  Schriften
des  Neuen  Testaments  verstehen  zu  wollen.  Seine  Untersuchung
  scheint  offenbar  über  ganz  Bithpnien  gegangen  zu
seyn,  und  die  Provinz  war  voll  Heidenchristen.  Abgefallene
und  standhafte,  männlichen  und  weiblichen  Geschlechts  wurden
verhört,  und  wenigstens  einige  selbst  unter  der  Folrer  befragt.
Es  war  schon  drei  und  dreißig  Jahre  nach  dem  Tode  der
Avostel  Peter  und  Paulus,  also  ungefähr  in  der  ersten  Genc,
ration  nach  der  apostolischen  Periode,  da  diese  Untersuchung
angestellt  wurde,  und  doch  scheinen  die  heiligen  Schriften  der